? 2O G eschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XU.
Das Andenken Ludewigs XII. wird jederzeit bey den Franzosen imSegen verbleiben. „ Unterkeiner von den vorigen Regierungen/ saget„Garne Gelais, hat man jemals eine bessere Zeit gehabe, als unter der„ seinigen." Inzwischen hat man diesem Herrn den Borwurf gemachet,baß er dir Familie des Pabstes (Alexanders VI. ) der der nichtswürdigsteMann gewesen, begünstiget und solche in der Absicht mir Güthern übechäus-fet habe, damit er von einer Prinzeßin geschieden würde, der er unter dervorhergegangenen Regierung seine Freyheit zu verdanken gehabt. DieEhetrennung aber war -ein Opfer, welches das Beste des Staates erforder-te. Zu wünschen wäre gewesen , daß er -sich nicht mit den .Schweißern sei-nen Bundesgenossen abgeworfen hätte , um sich unbedachtsam Ferdinanden,dem ungetreuesten Prinzen seiner Zeit, anzuvertrauen, welcher sich berrchm-te, ihn öfters hintergangen zu,haben. Sonsten kann man ihm zur last le-gen, daß er verwegene Unternehmungen gewaget., und durch eine nicht alle-mal zur rechten Zeit angebrachte Sparsamkeit seine Sachen in .Gefahr gese-Het habe. Inzwischen, verminderte er die Abgaben um rnehr als die.Helfte,und brachte solche.nie wieder auf. Er liebte seine Unterthanen; seine leb-hafteste Begierde war, solche glücklich zn machen, und er verdiente den Zu-kamen eines Varrersg so gewiß, ist es,daß die Liebe für das Volkdie vornehmste Tugend-eines Regenten fty.
Denk-