_ dritte Königlich e
Denkwürdige Begebenheiten unter Franz I.
nen sehr klugen Streich, Carl V. hatte die zwey Französische Prinzen, odereine gleiche Zahl unserer gräften Generale, zu Geiseln verlanget, die Re-gentin war gleich entschlossen, und wollte lieber die zwey Prinzen reisen las-sen, als Frankreich aller Hülfe berauben, „welches die.gute und fromme„Königin Claudia, ihre Mutter, sehr aufbrachte, dieselbe aber hatte eben kein„ allzugroses Ansehen. (Brantome)"
Der Vicekönig von Neapel halt im Namen Carls V. bey dem Königum die Bestätigung des Madriter Tractats an. Statt der Antwort ließman ihm zugegen seyn, als den Abgeordneten von Burgund Gehör gege-ben wurde, welche gegen Seine Majestät sich erklärten, daß sie nimmer-mehr in die durch den letzten Vertrag geschehene Ceßion dieses Herzogthumswilligen würden. Was das Erstaunen des Vicekönigs vollends auf denhöchsten Grad setzte, war die Nachricht von der H. Lige. Dieselbe ist zwi-schen Pabst Clemens VII. dem König und allen Prinzen von Italien errich-tet, und der Königin Engelland zum Beschützer derselben erkläret worden.Die Absicht dieser Lige gieng dahin, den Kaiser an der Eroberung desHer-zogthums Meiland zu hindern, sind den Lauf seines Glückes in Italien zuhemmen; heilig wurde sie darum genennet, weil der Pabst das Haupt der-selben war.
Ferdinand I. Carls V. Bruder, welcher 1521. Anna Jagello, Lude-wigs Königs in Ungern und Böhmen Schwester, geheirathet hatte, be-kommt nach Ludewigs Tode, der in der Schlacht zu Mohaz geblieben/ diesezwey Königreiche. Ungern wurde ihm von dem Woiwoden von Sieben-bürgen Johann von Zapol, der bey Tockai geschlagen worden, und dessenunter der Vormundschaft seiner Mutter Jsabella und des Cardinals Marti-nuzzi hinterlassenem Sohne Stephan, vergebens strittig gemachet. Ferdi-nand nöthigte Stephanen sich zu unterwerfen, und dem Cardinal von Mar-tinuzzi kostete solches das Leben.
Der Connetable von Bourbon erobert das Meiländische vollends,worüber ihm die Äelehnung versprochen worden. Der Herzog Sfortiamuö sich mit der Flucht retten.
Ttz
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