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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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ZZ8 Geschichte von Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Franz I.

ertheilte, und wollte für den Verfasser eines Buches, so er gegen den Lu-ther verfertigen lassen, angesehen seyn. Was noch ssonderbahrer ist, so er-hellet aus einem Briefe Luthers, daß ihn dieser Herr, zur n'emlichen Zeit,da er gegen ihn schrieb, unter der Hand vwnahnte, fortzufahren, und ihnwegen seiner Vortheile Glück wünschte. Wolsei, welcher aus Haß gegenCarln V. die Ehescheidung angerathen, hielte die Heirath mit der Anna vonBollen nicht für rarhfam, und war mit Franz I. einstimmig, daß sein HerrMargarethen Franz I. Schwester, verwittibte Herzogin von Aleneon undnachmalige Königin von Navarra, heyrathen sollte. Dieses geheime Ver-ständniß zog feine Ungnade nach sich, und er starb zu Anfang des Jahresi z z 2 . nachdem er eines großen Theiles seiner Guther beraubet worden. DerTod des Thomas Morus, Canzlers von Engellaud, der den 6.Jul. isgs.hingerichtet worden, war ungleich rühmlicher. Derselbe hatte sich offenher-zig gegen die Verftosung der Catharina von Arragonien, gegen die Heirathder Anna von Bollen, und gegen die unrechtmäßige Gewalt, derm sich Hein-rich VIII. über die Englische Kirche anmaßte, erkläret.

Anna von Bollen ist nach Frankreich gekommen, um daselbst mit denFraulein der Maria von Engelland erzogen zu werden. Nach dieser Prin-zeßin Zurückkunft nach Engelland, blieb sie in den nemlichen Umstanden beyder Königin Claudia, und hierauf überlies sie die Königin Claudia der Her-zogin von Alencon, nachmaligen Königin von Navarra, endlich brachte sieihr Glücke, oder Unstern, nach Engelland zurück, wo sie die neue Lehre undden Geschmack für die Galanterie, welche an dem Französischen Hofe eineSchule hatte, unterstützte, und ihr Leben auf der Blutbühne endigte.

Franz Sforcia, der durch den Tractat von Cambrai in Meiland wie-der eingesetzet worden, laßt den Französischen Agenten Merveille enthaupten.

Der König will dieser Beleidigung halben Rache ausüben, und rüstetsich, da er Carln V. inp Begrif sah nach Afcica abzugehen, zu einem aber-maligen Versuchdas Meiländische wegzunehmen. Die Ketzerey des Cal-vins, der von Margarethen Königin in Navarra Franz I. Schwester, ge-schähet worden, nimmt ihren Anfang. Calvin , welcher genothiget wor-den izZZ. Paris zu räumen, begab sich Anfangs nach Angouleme, von ban-nen aber nach Poitiers, welchen Orth er mit seiner Irrlehre ansteckte; und

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