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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Köni glich e Livie.

Denkwürdige Begebenheiten unter Franz II.

ab/ als daß ihn nicht beedc Partheyen hatten gebrauchen sollen: die Erge-benheit des meisten Theiles vom Volk vor den alten und wahren Gottes-dienst ersetzte den Guisen dasjenige, was ihnen abgieng eine Gewalt zu un-terstützen, die sie, wie man wohl einsah, der Verführung allein zu dankenharten, und bey den Prinzen vöm Geblüthe vertrat die Liebe zur neuen Sectedas Ansehen, welches in den Handen der Guisen war.

Franz, Herzog von Guise und der Cardinal von Lothringen, des Kö-niges Oheime von seiner Gemahlin her / bekommen das Heft der RegierungBey dieser Gelegenheit setzte der Greffier Tillec sein Buch von derGroöjührigkeir der Röntge, auf, dadurch zu beweisen, daß derKönig bey seiner Grosjahrigkeit, auch wenn er gleich noch jung wäre, einengeheimen Rath nach eigenem Belieben annehmen könne. Der Connetablevon Montmorenci und die Herzogin von Valentinoiö, werden weggeschaffetDie Königin verzieh es jenem nicht, daß er gesaget hatte, es ,ah/, einenatürliche Tochter ausgenommen, keines von des Königs Kindern, deinVatter gleich. Seine Obristhofmeistexstelle wurde dem Herzog von Guisegegeben, und zur Entschädigung wurde sein ältester Sohn zum Marschallvon Frankreich über die ordentliche Zahl ernennet.

Man nimmt dem Bertrandi, einem Geschöpfe der Herzogin von Va-lentinois, die Siegel ab, und schicket ihn nach Rom, solche dem CamlerOlivrer zu übergeben, welcher , wie Herr de Thou saget, wegen seinerRedlichkett, Höflichkeit, schonen Geist, Klugheit und Erfahrenheit in denGe,chaften, ein sehr angesehener Mann gewesen. Es sah aber diese obrig-keitliche Person bald ein, daß man ihn vielmehr zur Sclaverey als freyenVerwaltung der vordersten Staatsbedienung abgerufen, und die Absichthabe, diejenigen Ungerechtigkeiten, die er wurde begehen mäseu, mit seinemAnsehen zu verkleistern. Die Herrn von Guise lassen, ihrem MinisterioEhre zu machen, sehr weise Verordnungen ergehen. Die eine verbiethetSchiesgewehr zu tragen, die andere widerrufet alle Veräußerungen der Kö-niglichen Cammerguther, und in der dritten verfüget der König, daß ihmwenn eine Stelle bey den Justchrribunalien erlediget würde, von den Rich-tern drey Candidaten, wovon «Leine Majestät einen auswehlen wollten, vor-geschlagen werden musten. Sie vermögen den König achtzehen Ritter vonLt. Michael zu machen, welches diesen Orden, der nur aus z6. Gliedern

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