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z/6 Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Larln IX.
Die Hugonoten verkehren das Treffen zu Dreux, worinnen die Ge-nerale der beeden Armeen, der Prinz von Conde und der Counecable, ge-fangen werden. Der Marschall von St. Andre wird dabey von dem Bo-bigni getödet. Dieser Sieg ward dem Herzog von Guise zuzuschreiben,ob er gleich kein Befehlshaber war. Ein heutiger Schriftsteller hat als et-was besonders angemerket, daß Herzog Franz von Guise, der verschiedeneKciegsheere unter sich gehabt, und zweymal Gcnerallieutenant des König-reichs gewesen, (welche Stelle ihm die Befehlshabung über den Connekableselbst gab,) keine andere Kriege'sbedienung, als die Stelle eines Haupt-manns der Gensdarmes,. bekleidet habe, und sogar unter den Marschallende Camp stehen muffen. Und dennoch nahm sichs niemand heraus , ihmzu gebiethen, und er war so zu sagen immer der General seiner Generale.
Die Nacht vor der Schlacht schliefen der Prinz von Conde und derHerzog von Guise in einem Bette, und den Morgen darauf erzehlte derPrinz, daß er kein Auge zubringen können, der Herzog von Guise aber,der neben-ihm lag, so fest geschlafen habe, als wenn sie die besten Freundeauf der Welt gewesen waren, '
Der Herzog von Savoyen bekommt vermittelst eines Vergleiches mitdem Hofe Turin, Chivas rc. wieder, welche Orthe man wegen der Gerecht-same der Herzogin von Angouleme, Franz!. Mutter in Beschlag genom-men hatte. Der Marschall von Bourdiüon, des Königs Statthalter inPiemont that, solche Herausgabe zu hintertreiben, vergebens Vorstellungen.
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Belagerung von Orleans, wobey der Herzog Franz von Guise vondem Poltrot ermordet worden. Die Macht des Herzogs von Guise war sogroß, daß der Connetable Annas von Montmorenci an ihn schrieb, Gnä-diger Herr, und dero unrerthäniger und gehorsamster Diener.Der Herr von Guise schrieb ihm, Mein Herr Eonnerable, und unten,Ihr geneigter Freund, Er hinterlaßt 20200c». Thaler Schulden.
Friedensedict vom 19. März, worinn die Hugonoten viele Vortheileerhielten. Inzwischen machte die Furcht vor den Engellandern, denen die
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