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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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G eschichte von Fran kreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich M.

Schwester zur Ehe geben. Heinrich glaubte so vest, daß die Polen ihmhatten keinen Nachfolger geben sollen, daß du Ferner fein damaliger Both.schafter zu Venedig 1582. Befehl bekam, sich darüber bey Rath zu be-fchwehren, daß sie einen Botschafter an den Hof des König Stephansin Polen geschicket hätten, dem sie doch nur vor feinen Statthalter ansehensollten. (Morosmi Geschichte von Venedig.) Das Amt eines Qb-riftteichhauptmanns und Forstmeisters, welches bis zu dieser Regierung ver-eint gewesen war, wird in der Person Heinrichs Clausse, Herrns vonFleuri aufgehoben; man errichtete an seiner Statt sechs Mairres Gene«raup. Dermalen sind die Teiche und Waldungen in siebzehn Abtheilun-gen (Depattenrents) getheilet.

Is76.

Der König von Navarra, der vom Hofe entkommen, gehet auf dieHugonoten zu, und wird aufs neue ein Calvmist. Die Königin, welchenach ihrer gewohnten Staatsklugheit dies« Parthey vor allzumächtig hielt,denket ernstlich auf den Frieden. Der Herzog von Alencon, den die Hugo,noten nicht achteten, höret die Antrage an, die sie ihm thun laßt. Es wirdFriede , und das war der vortheilhafteste den die Calvinisten jemals erlangethaben ; im Maimonat ergehet in Gcmasheit dessen zu Paris ein Friedens,edict, so im Parlement einregistrirt worden, (Es war das fünfte das dieHugonoten erhalten haben) und man bewilliget ihnen die öffentliche Uebungihrer Religion, die in diesem Edict die sogenannte reformiere Reli-gion genennet wird. Darinnen heißt es, daß die Priester oder Mönche,so verheyrachet waren, in Zukunft deswegen Nicht könnten beunruhiget wer-den , und daß ihre Kinder vor rechtmäßig zu halten waren. Inzwischenfindet man in der Biblischer des Königs eine grose Zahl damaliger Legiti-mationen, welches beweiset,^ daß man ohngeacht des Edicts dessen nöthigzu haben glaubte. Man räumet den Reformirten ein, daß Gerichtshöfezur Helfte von ihrer Religion besetzt werden sollen. (LK-imbres mi xgrste?!.)Die Urtheile wider den Admiral, ka Mole und Coconnas hebt man auf,ihre Ehre wird wieder hergestellet, und ihren Erben wird das Vermögensie zu erben ertheilet. Zur AppaNage des Herzogen von Alencon giebt mansemers die Herzogrhümer Anjou, Marne, Tourame und Berrl.