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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich IH.
Lehne zu gleicher Zelt die nemlichen Vorzüge, als ihre erste Besitzer, erlan-get hätte; er muste sich also mit dem Vortheil begnügen, Eigenthümer ei-nes Guths zu seyn, ohne daß ihm der Titel dieses Gutheö eigen wurde;und damals wurde der Grundsatz vestgesetzet, daß die adelichen Güther denBesitzer nicht den Adel ertheilen, und daß weder ein Marguisat, noch eineGravschaft, einen Marquis oder Graden machet; dem zu Folge wurde eineVerordnung des Inhalts erlassen, daß der Adel ohne einen Adelsbrief vomKönige, oder ohne den Besitz der Stellen, welche ihn ertheilen, nicht er-langet werden könne. Dieses ist diejenige Gattung vom Adel, den wirden Briefade! nennen, welcher van dem angestammten Adel stark unter-schieden ist. Wiewohl diese Verordnung zu Paris ergangen ist, so wurdesie doch Oräormrmce KIoi8 genennet, weil sie auf die von den versam-melten Standen zu Blois t 576. übergebene Acten erlassen worden.
Parlementsschluß, welcher verfüget, daß die Schriften der Partheyenvor den Notarien sollen unterzeichnet werden. Dieser Entscheid ist dem 84.Artikel der Verordnung vonOrleans vom Jahre 1560. gleichförmig. Büssivon Amboise wird in dem Schlosse des Herrn von Montsoreau ermordet,-welcher, von dem Verständniß seiner Frau mit ihm unterrichtet, dieselbegenöthiget hatt«, ihm eine Zusammenkunft zu bestimmen. Bussi ist auchder Königin Margaretha sehr ergeben gewesen, und die Art, womit sie vonihm in ihren Memoires redet, zeiget, daß sie solches nicht habe unbekanntlassen wollen. Zn Poitiers werden Grands Isurs gehalten. Der Kö-nig nimmt die Stadt Genf wider den Herzog von Savoyen in Schutz.
In Paris wird das Gewohnheitsrecht geändert. Staatsveranderungm Portugal, dessen sich Philipp H. nach dem Absterben des Cardinal Hein-richs , vermag der Gerechtsame seiner Mutter Jsabella des Königs Ema-nuel von Portugal Tochter, bemächtiget. Don Anton von Crato, Ema-nuels Enkel, und Don Sebastian Grosvatter, dessen rechtmäßige Geburthstrittig gemachek worden, wurde zum König ausgerufen, er muste sich abernach Frankreich flüchten, und der Herzog von Braganza, der von seinerGemahlin wegen, das allerklareste Recht hatte, wurde von Philipp H.
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