4 28 G L s ch i chte von Frank reich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Heinrich IV.
ob man aber gleich gestehet, daß er ein groser Mann gewesen, so hat mandoch von ihm gesaget, daß er weder den Krieg noch den Frieden verstan-den habe. Der neue Herzog von Nemours , und der Herzog vor Jojeuse,sehen sich mit dem König. Marseille wird dem Herzog von Gusse von demKönig durch den Muth eines gewissen Übertat wieder gegeben, obgleich dieSpanier den Hafen inne hatten. Der Herzog von Epernon söhnt sich mitdem König aus, wozu er sich durch die Vortheile gezwungen sah, welcheder Herzog von Guift nach und nach über ihn und den Herzog von Sa-voyen erhalten hatte. Zu Paris wird auf dem Platz Greve ein jungerMensch Vvn rz. oder 24. Jahren, Namens la Ramee, gehenkt, wekchersichfür-Carls IX. natürlichen Sohn ausgab, und in der Eigenschaft zu Rhejmsgewesen, um sich zum König salben zu lassen.
Der Erzherzog Albrecht, welcher die Statthalterey in den Niederlan-den, die der Grav von Fuentes nur aü iinerlm versehen, übernommen hat-te , erobert die Stadt Calais und Ardres. Heinrich IV. nimmt nach einerlangen und harten Belagerung die Stadt la Fere ein.
Off-,und Defensivtractat zwischen Frankreich, Engellgnd und Holland.Der Grav von Essex überrumpelt die Stadt Cadix, und plündert sie, auchsteckte er alle Kauffartheyschiffe, so sich in den Canal begeben hatten, inBrand, welchen Verlust die Spanier auf mehr als zwanzig Millionen Du-eaten schaßten. Alexander von Medicis, neuer Pabstlicher Legat in Frank-reich, wird darinnen mit allen Arten von Ehrensbezeugungen aufgenommen.Heinrich IV. schickt den Herzog von Pinei nach Rom. Der Herzog vonMercoeur setzt seine Empörung in Bretagne fort, welches nebst den Unru-hen in der Picardie die Hugonoten kühner machet, übermäßige Forderun-gen an den König zu thun ; ihre geheimen Häupter waren die Herzoge vonBouillon und de la Trilyouille.
Declaration, veemög welcher die privklegirte Sitzung im Parlementden Herzogen von Jojeuse und von Epernon Mzogen worden.
Zu Roan wird eine Versammlung der Notablen gehalten , weil inParis eine Seuche war. Bey dieser Versinnmsung war ein Streit derHerren von Jojeuse und von Luxenburg dir Ursache ihres Aussmblejbens.
Par-