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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie. 447

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIII.

Vcndome ausgenommen / welcher / ob man ihm gleich seine Statthalter-schaft wieder gab, solchen doch nicht unterschreiben wollte. Er wurde aberdurä/die Annäherung des Königs dazu gezwungen.

Der Marquis von Splnola, General der Spanischen Truppen/ über-ziehet Jülich wegen der Clevischen Erbschaft. Die Holländer rissen ihresTheils/ was sie konnten / von dieser Erbschaft ab / wo hingegen der Mark-grav von Brandenburg und der Herzog von Neuburg / die man 'die besi-tzende Dürsten nennte/ die eingenommene Orthe behielten. Der Ver-trag zu Sanken/ so damals gestiftet worden/ machte unter den strittigenTheilen keinen Frieden..

Der König wird in einem den 2ten Oktober in dem Parlementzu Pa-ris gehaltenem Lit de Justier inündig erklärt / und räumet in dieser Sitzungden Cardinäien über die geistliche Pairs/ welche sich davon entfernet hat-ten/ den Rang ein.

Die Königin versammlet den 27. Oktober in Gemäshekt des Vertragesvon Samte- MenehoUd/ einen allgemeinen Landtag. Dieser ist der letzteLandtag. Hierbey muß ich erinnern/ daß / gleichwie wir in Frankreich kei-nen andern Herrn als den König erkennen / derselbe die Macht/ Gesetze zugeben/ habe; gui veut le lioi li veurb.oi, daher die Landstande im Kö-nigreich nur den Weg der Vorstellung und untertänigsten Bitte übrig ha-ben ; der König williget nach den Regeln des Rechtes und der Billigkeit inihr Flehen und Bitten / denn wo er ihnen / wie einer unserer berühmtestenSchriftsteller saget/ alle ihre Bitten einräumen wollte/ so würde er aufhö-ren König zu seyn. Daher kommet es/ daß wahrend eines allgemeinenLandtages das Ansehen des Parlements / welches das eigene Ansehen desKöniges ist/ keinen Abfall leidet/ so wie man solches aus den Verbalpro-cessen dieser letztem Landstände leicht wahrnehmen kan. (plaidoger desHerrn de la Msignon de Blancmenil vom 14. Jenner 1719.)

Die Bildsäule Heinrichs des Großen zu Pferd/ welche vom Grosher-zog zu Tofcana Cosmö II. geschenkt worden/ ward den 2z. August an derneuen Brücke aufgerichtet. Dieses ist das erste Denkmal von der Art / soman in Paris zum Gedächtniß unserer Könige errichtet hatte. Herzog

Lil r Franz