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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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45<> Geschichte von Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIH.

Staatsrath einige Schwierigkeiten machte, folgte ihr dahin, und bekam,als er nachmals dem Herzog von Luines verdächtig geworden, Befehl, aufseine Probstey Coussai in Anjou, sodann nach Lucon, und letztlich nachAvkg non zu gehen.

Versammlung der Notables zu Roan, wo des Königs Bruder, Ga-sto, den Vorsitz führte. Diese Zusammenkunft war ohne allen NutzemZu Pavia wird unter Frankreichs Obhut zwischen dem König in Spanienund dem Herzog von Savoyen, ein Vertrag geschlossen ; diesem letztemhatte der Herzog von Lesdiguieres in dem Kriege , welchen beede Machtemit einander führten, nützliche Dienste geleistet, und Frankreich stund ihmnoch kräftiger gegen Spanien bey, als der Herzog von Luines die höchsteGewalt wieder aus den Händen der Königin gewunden hatte.

Der Grav du Lude wird Gastons Hofmeister, und ContadeUnterhofmek-ster. Das Königreich Ungern war so wie Böhmen durch des Kaiser Fer-dinands I. Vermählung mit Anna, des letztem Königes, Ludewigs, Schwester,welcher diese beede Kronen besas und keine Nachkommenschaft hinterließ,an das Haus Oesterreich gekommen. Der Kaiser Mathias, der keine Kin-der hatte, lies seinen Vettern Ferdinand, Kaiser Ferdinands I. Enkel ausBeysorge derjenigen Unruhen, so im folgenden Jahre ausbrachen , zumKönig in Böhmen krönen. Philipp III. machte als ein Nachkömmling Ja-geilons von seiner Mutter, welche diese Königreiche Ferdinand I. zugehey-rathet hatte, Ungern und Böhmen ansprüchig. Diese Forderung hob sichdurch einen Vertrag, vermöge dessen Ferdinand U. diese Königreiche unterder Bedingung behielt, daß solche , woferne in dem Teutschen Hause diemännliche Erben verlöschen würden, der Spanischen Linie zufallen sollten.Es hatte auch das Haus Bayern seine Rechtsansprüche auf diese beede Kö-nigreiche in Ansehung einer ältern Substitution, welche durch das Te-stament Ferdinands I. und den Heyrathsbrkef seiner 'Attesten Tochtermit dem Herzogen von Bayern errichtet worden. Ballet, worauf der Kö-nig , der Herr von Luines rc. tanzten.

1618.

Der Erzherzog Ferdinand, welcher schon König in Böhmen war, wirdzum König in Ungern gekrönet.

An-