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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie.

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig Xlll.

Cardinal von Netz und der Grav von Schomberg werden die ersten Mini-ster. Die Congregarion von Sr.Mnur, vom Orden des H. Benedi-ctk , wird in Frankreich errichtet.

Philipp III. stirbt/ und sein Sohn Philipp IV. folgt ihm in der Re-gierung'/ welcher den Herzog von Olivares zum Münster hat/ gleichwie derHerzog von Lerma seines Vatters Minister gervesen. Tractat zu Madrid/wegen des Veltelinerlandes. Die Graubunder, als Herren davon / wollenihre Religion darinnen erhalten / die Spanier aber bemächtigten sich unterdem Scheine / die wahre Religion darinnen zur herrschenden zu machen,derjenigen Pässe / welche Meiland mit dem Teutschen Reiche verknüpften.Ludewig XIII. dem daran gelegen war, diesem Unternehmen zu steuern/vereint sich deshalb mit dem Pabst / und nöthigt den König von Spaniendurch einen Vertrag/ davon abzustehen/ vermög dessen vestgesstzt wurde,daß die Graubunder den Frieden bey ihren Unterchanen nicht stöhren, dieSpanier.aber was sie in diesem Thal« gewonnen hatten, verlassen sollten.Da der Stillstand von 1609. verlausten war, fangt der Krieg in den Nie-derlanden wieder an; Spinola führt die Spanier und der Prinz Moritz dieHolländer an. In Teutschland setzet Mansfeld den Krieg vor Friederichenfort.

Die Gravschaft Rochefaucoud wird zur Düche-Pairie erhoben. DerStiftungsbrief wird erst i6zi. einregistrirt, und FraNz de la Rochefou-caud, der solchen erwirckte, wurde erst 1637. aufgenommen.

In Frankreich dauert der Krieg zwischen dem König und den Prote-stanten mit wechselndem Glücke. - Dieser Prinz gab «ine gross Probe seinerHerzhaftigkeit, als er bey Mitternacht an der Spitze seiner Leibwachl in dieInsel Ries rückte, woraus er, nach Erlegung der Truppen, so solchen Po-sten vertheidigten, den Herren von Soubise vertrieb.

Dieser Herr gehet bey der Belagerung Roan in Saintonge in dieLaufgräben, und stieg drey bis viermal auf eine Banquette den Platz in Augen-schein zu nehmen, wobey sein Leben offenbar Gefahr lief. Die Protestan-ten werden des Krieges müde. Der Marquis de la Force unterwirft sich

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