460 Geschichte von Frankreich,
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIII,
Gasto zu erregen wüst«. Der letztere heyrathet zu Nantes die Mademoisellevon Montpensier, welche im folgenden Jahre verstarb, und Mademoisellezu ihrer einzigen Erbin einsetzte. Diese Vermahlung war die Ursache dergrosen Begebenheiten am Hofe, wo die dem Cardinal entgegen gesetzte Par-they verlangte, daß Gasto eine fremde Prinzeßm hermachen sollte, um-ihnvom ersten Minister unabhängig zu machen. Man versichwört sich gegenden Cardinal, welcher in seinem Hause Fleuri ermordet werden sollte. DasBubenstück wird entdeckt; Chalais, Maitre de la Garderobe, der ihm alleszu danken hatte, ivar, wie man sagte, Theilnehmer an dieser Verschwörunggegen feine Person, und hatte der Heyrath um deswillen Hindernisse in denWeggeleget, damit er sich bey der Frau von Chevreuse, der jungen Kö-nigin Favorit«, welcher leid war, wenn sich Gasto vermahlte, beliebt möch-te. Chalais wurde enthauptet. Der Marschall von Ornano, MonsieurVertrauter, starb zu Vincennes; die Frau von Chevreuse flüchtete nach Lp->thringen, die Herren von Vendome wurden in Verhaft genonnnen , und derGrav von Soissons begab sich nach Rom, wo ihm der Herr von Berhüne,der Gegenbefehle des Cardinals ungeacht, alle seiner Geburt gehörige Eh-renbezeugungen anthun lies; aber dieser unglückselige Prinz verlohr in derFolge sein leben m der Schlacht zu Marfee, eben als wenn geschrieben gewesenwäre, daß der Tod den ersten Minister an all denjenigen, die sich getraueten,ihm zu widerstehen, rächen würde. Der Cardinal, der alles, auch sogardie Gefahr, worinn er war, sich zu nrH zu machen wüste, bekam zur Si-cherheit seiner Person eine Compagnie von der Leibwache. Baradas, wel-cher die nemliche Gnade als Chalais bekommen, wurde ebenfalls dein Car-dinal verdächtig, und der junge St. Simon erhielt seine Stelle.
Alles übrige dieser Regierung war mit Streichen angefüllet, welcheder Cardinal abzukehren wüste. Die Protestanten machen eine mächtigeLige gegen den Kaiser, worunter Holland, Schweden, der NiederfachsischeCreyß, an der Spitze aber der König von Dänemark war. Die Gene-rale des Kaisers waren Tilli und Wallenstein, auf der andern Seite aber,Mansfeld, der Administrator von Halberstadt, und der Herzog von Sach-senweimar. Mansseld verlohr gegen den Wallenstein die Schlacht zuDessau, und starb kurze Zeit hernach. Tilli gewann die Schlacht bey lüttergegen den König von Dänemark,