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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIII.
sam betroffen , noch hinlänglich bestürzt gewesen. Den 4. Dec. stirbt derCardinal Richelieu in ftinem Pallaste zu Paris 5 8. Jahre alt. Er wurdein der Sorbonne begraben. Durch seinen Tod fielen dem Staate vierMillionen heim, als so viel der Unterhalt seines Hauses kostete; er verlohraber einen grosen Minister.
Ich will mich über diesen Gegenstand, der erschöpft zu seyn scheinet,nur mit einer Betrachtung beschrenken. Der Cardinal von Richelieu, derallein beschäftigt war das Ansehen seines Herrns, und folglich sein eigenes,empor zu bringen, brachte seine Tage in der Verwirrung zu, welche ihmnothwendig die Furcht vor seinen Feinden machte, da er doch aller seinerGemüthsruhe nöthig gehabt hatte, so weitschichtige und aneinanderhangen-de Entwürfe zu machen, wie die feinigen waren. Dieser nemliche Mann,der sich dem Hasse und der Rache aller Grosen im Königreiche aussetzte, da-mit sein Herr unumschrenkter seyn möchte, hatte sich eben so sehr vor die-sem seinen Herrn, für dem er alles wagte, als für der Ahndung derjenigenin Acht zu nehmen, die er zum Gehorsam zwang. Es ist ein Räthsel, wel-ches nur die Leidenschaften auflösen können, oder eine Liebe zum gemeinenBesten, welche über das Menschliche hinausgehet, wenn aus einem solchenZustande wohl bedachter Entschliesungen, ein zusammhangendes System,gleichweise und nachdrückliche Unternehmungen, herrühren, und wenn einMensch gros und sich selbst Feind genug seyn kan, daß er sich ganz und garder Verwaltung eines Königreiches widmet, worinnen er von demjenigen,den er dient, und von denen, die er Unters Joch bringt, gleich gefürchtetwird»
Der Cardinal von Richelieu hat die Königliche Buchdruckerey angele-get , wozu die Kosten z62222. Livres betrugen. Trichet dü Frene besorg-te die Correctur, Cramoisi war der Buchdrucker und Säblet des-NoyerSder Sürintendant.
Der Königliche pallast, der noch stehet, ist vom Cardinal vonRichelieu unter dem Namen der Lardinülspallast erbauet worden. Ermachte dem König ein Geschenke damit. Er verlangte, daß seine Begräb-niß selbst diejenige Größe, womit er gelebet hatte, anzeigen sollte. DieSorbonne, welche nach dem Mezerai, „ein beständiges Concilium der
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