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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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498 Ge schichte v o n Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten, unter Ludewig XIII.

wurde die Heyrath verkündet/ und der Erzbischof.von Paris, (Joh. Franzvon Gondi ) verrichtete die Trauung zu Meudon, wobey der Herzog er-klärte/ „daß er seine Heyrath besichtigen wollte/ es wäre aber nicht nöthig»-solche zu erneuern / weil sie im Angesichte der Kirche vollbracht worden,„daher was er thät blos aus Gehorsam gegen den König geschehet?, der es„befohlen hatte;" Djesemnach lauteten die Worte des Erzbischofs, Vgc>vo« coniiwAO in instrimoniuin, in gnantum o^>u8 elk, 6cc. d. i. ich gebe

euch so weit als es nöthig ist zusamm. Den 14. May am Himmelfarths-tage starb'Ludewig XIII.

Ludewig XIII. war von einer etwas wilden Art, er zeigte sich nichtgerne ausser bey Ceremonien, die er sehr liebte. „Als Heinrich IV. in äu-sserster Noth war, fertigte er seine Officiers mit guten Worten ab, soabec„war die Gemähsart Ludewigs XIII. nicht beschaffen , er war nach eigenem„Geständniß trocken, welches er von seiner Mutter hatte." ('Veit. kollt.)Sein Geschmack an der Einsamkeit war die Ursache, daß er sich an seineGünstlinge ergab, von denen er solang abhieng, bis er sie abdankte. Wieer aber weniger aus Geschmack, als aus Noth jemand in der Einsamkeitbey sich zu haben an ihnen hieng, also war es leicht ihm solche zu entziehenund andere dagegen zu geben, denn er muste solche Leute haben, und da-mals war der Titel eines Günstlings wie ein Amt im Staat anzusehen.

Er war dem Cardinal von Richelieu niemals gut, und selbiger be-herrschte ihn beständig. Er war eifersüchtig auf diesen Minister, dem ersich ohne Rückhalt überlies, und konnte ihm innerlich nicht verzeihen, daßer seiner nicht entrathen können. Er hatte Maitressen wie Günstlinge, wardarüber eifersüchtig, und hiebey hatte es sein Bewenden. Die Absichtendießs Herrns waren gerade zu, sein Geist war weise und heiter, er warnicht mit der Einbildung geplaget, urtheilte aber wohl, und sein Ministerleitete ihn nicht anders als durch überzeugende Gründe.

Er wäre eben so tapfer als Heinrich IV. sein Muth aber war ohne Hl-He und Geräusche, daher er zu Eroberung eines Königreiches nicht gut ge-wesen wäre. Die Göttliche Vorsehung hatte ihn gerad zu der vor ihn taug-lichen Zeit gebohren werden lassen, war er eher auf die Welt gekommen, sowär er zu schwach, wärmer spater gekommen, so war er zu vorsichtig gewe-