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G ^schichte von Frankreich ,_
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludervig XVI.
die man vor Freymüthigkeit annahm, war aber voller Streiche und so fernals ein Mensch von wenig Verstand seyn kan. Er glaubte, und beredeteden ganzen Hof, daß er zu Anfang der Regentschaft eine Rolle spielen wür-be / entwich aus der Verhaft , und wurde sodann öer Held von Paris. Erwar Cäsars von Vendome, Heinrichs IV. natürlichen Sohns/ zweyterSohn. Sein ältester Bruder Herzog Ludewig von Vendome ward nachseiner Gemahlin, Laura Mancini / Tode, mit der erden Herzog von Ven-dome und den Grssprior erzeuget hatte / Cardinal. Die Frau von Cliev-reuse, des Connetable von Luines Wittib/ diese alte Günstling,'» der Köni-gin/ welche erst von der Verweisung zurück gekommen/ und nach einer i F»fahrigen Abwesenheit den Hof nach ihren eigenen,Einsichten behandeln wollte,«nd darum weil sie solchen ehedem kannte, ihn annoch zu kennen glaubte,wurde in die Ungnade des Herzogs von Beaufort verwickelt. Die Köni-gin/ welcher sie Sorgen machte / opferte sie willig der Ahndung des Cardi-nals Mazarin auf, dessen Antrage sie mit allzuviel Kaltsinnigkeit aufgenom-men hatte, und sie ward nach Tours verwiesen. Nachmals spielte sie un-ter den Schleiderern eine grose Rolle. Die Frau von Hautefort wurdeebenfalls zurückberufen / und die Königin/ welche die Dienste nicht verges-sen hatte/ so sie ihr während ihrer Gelkttenheit bey Ludewig XIII. leistete,schenkte ihr all ihr Vertrauen. ^ Aber die Frau von Hautefort verlohr sich,und begegnete der Königin so übel/ daß sie die Verweisung verdiente/ wozusie verdammt worden/ doch kam sie bald hernach wieder zurück/ um den Verrnvon Schomberg zu heyrathen. Die Herren von Vendome / welche an derSpitze einer Rotte/ le 8 Importans genannt, waren/ die dem Herzog vonOrleans und dem Prinzen entgegen gesetzt war/ hatten das nemliche Schick-sal und wurden ebenfalls verwiesen. Zweikampf des Herzogs von Guifemit dem Colkgni/ d'Estrades, so nachmals Marschall von Frankreich ge-worden , war gegen den Bridieu auf Coligni Seite Seeundanc, Coligniwurde entwafnet, und starb'einige Monate hernach.
Die Spanier in der Absicht sich der Unruhe und Verwirrung/ worin-ne eine Minderjährigkeit in den ersten Tagen seyn muß, zu nutz zu macken,belagern Rocroi. Der Herzog von Anguien in einem Alter von 22. Fah-ren, und uncer ihm der Marschall von Hopital, Gassion und Lafette, welchenachmals Marschälle voN Frankreich geworden, kamen dem Platze zu Hüls,und gewann den r§. May die Schlacht zu Rocroi fünf Tage nach Lude-
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