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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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zo6 Geschichte von Frankre ich/

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Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.

dem König und dem Parlement anzubiethen, diese Mühe aber warfruchtlos.

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Schon im vorigen Jahre waren die Herren von Avaux und Serviertmit den nöthigen Verhaltungsbefehlen nach Münster abgereiset , um alldaeinen Frieden zu schliefen/ dessen Europa so benöthigt war/ und wovon dievorläufigen Puncten sthon den 25. December 1641. zwischen den Kaiser-lich-Französisch-Spanisch-und Schwedischen Botschaftern zu Hamburgunterzeichnet worden. Hiebey aber liefen die Staatsabsichten allzusehr wi-dereinander, als daß man diesen Frieden so nahe hatte anhoffen können.Die Französischen Bevollmächtigten, welche zu Haag geblieben waren,schlössen allda den r. März dieses Jahrs vor ihrer Abreise von Münster ei-nen Tractat zwischen dem König und den Generalstaaken, worinn der voniüzs. bestätiget, und mithin der Krieg fortgesetzt ward. Jngleichen be-willigt ihnen der König den Titel kleaut L ^uistams LeiZneurs, gleichwieLudewig XIII. sieben Jahre zuvor denen Prinzen von Oranien den Titel ältestegegeben hatte, da sie zuvor nur Lxcelleugs betitelt wurden. Der Tractatvon 1641. wird mit Portugal erneuert.

Die Niederlage des Ranzau zu Dudlingen hatte den Rest der Fran-zösischen Armee in Teutschland genöthiget, sich diesseits des Rheins in Si-cherheit zu setzen, und sobald das vergangene Jahr zu Ende war , hatteman den Vicomte von Turenne aus Italien abgerufen, damit er solcheanführen möchte.

Turenne fangt an diese Armee aufseine Kosten wieder in guten Standzu setzen, und geht über den Rhein, damit der General Merci die Bela-gerung von Freyburg aufheben möchte, diese Stadt aber wurde den 28.Jul. erobert. Der Herzog von Anguien, welcher dem Turenne zu Hülfegeschickt worden, hatte nicht bald genug anlangen können, um diesen Platzzu entsetzen, und vereinigte sich, nachdem er über den Rhein gegangen, mitdem Vicomte, und hatte den Marschall von Gramont unter sich. Zu derZeit giengen die drey merkwürdigen Gefechte zu Freyburg vor, nemlich denIten, den ;ten und den Aten August, woferne man auch diesen letztem Vor-