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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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zo8 Geschichte vorr Frankreich,

Denkwürdige Begebenheiten unter Lu.dewig XIV.

still für eine Schlacht ansehen kau, welcher eigentlich eine Verfolgung dexfeindlichen Armee und die Eroberung des Geschützes und Gepäckes war,Der General Merci, welcher mit Verlust von ohngefehr 9220. Bayerndas Feld räumen muste, blieb dennoch, wegen feines geschickten Zurückzu-ges ein grofer General, der Herzog von Anguien und der Herr von Tu-renne aber erhielten allda das Lob, daß sie die grasten Kriegshelden von Eu-ropa waren. Ohne daß sich die Generale mit der Wiedercroberung vonFreyburg aufhielten, beschlossen sie sich des Rheins zu bemeistern; den 29.August schickte Speyer dem Herzog von Anguien die Schlüssel entgegen,ohne daß siedle Aufforderung des Marquis d'Aumont erwartete, welcherBefehl dazu hatte. Den 9. September nimmt der Herzog von AnguienPhilippsburg ein, den 17. öfnet ihm Mainz die Thore, nachdem sichWorms und Oppenheim zuvor ergeben hatten. Der Marsichall von Türen-ne erobert fingen, Creuzenach und Landau,

In Flandern eroberte der Herzog von Orleans, unter dem die Mar-schalle von la Meillerase und Gaßion stunden, den 28. Jul. Grävelingen,welches Don Fernando Solls zwey Monate lang tapfer vertheidigte. Beydieser Belagerung, wo sich alles, was nur gros im Königreiche war, her-vorthat, entstünde ein Strik zwischen dem Marsichall von la Meillerase unddem Marfchall von Gaßion darüber, welcher von der Stadt Besitz nehmensollte. Es sollte eben deswegen Schlage sehen, als der Feldmarschall Lam-bert im Namen des Herzogs von Orleans den Truppen befahl, weder ei-nem noch dem andern zu gehorchen, und dem Prinzen Zeit gab, die Sachenach der Regel zu entscheiden, daß das Garderegiment, wovon der Mar-schall von la Meillerase Obrister war, das Recht hat, am ersten in die er-oberten Platze einzumarsichiren. Der Prinz von Oranien nahm seines OrthsSaS van Gend den 7. September ein. Jenseits der Alpen eroberte derGeneral Prinz Thomas die Stadt Santia.

Jenseits der Pyrenäen aber war das Waffenglück verschieden. DonPhilipp von Selva schlug den Marschall de la Mothe, welcher die Erobe-berung von Lenida hintertreiben wollte. Der König von Spanien nahmdiesen Orth und Balaguier ein, und nöthigte den Marschall die BelagerungVon Tarragona aufzuheben, weswegen er zurück berufen und nach Pierre-

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