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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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_ dritte Königliche Linie.

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.

gentschaft in Frankreich erkannt. Carl II. / welcher durch des Marquisvon Ormond Eifer in Jrrkand für einen König in Engelland erkannt, abergeschlagen und aufgerieben worden, bezieht sich nach Frankreich zufeinex 'Mutter der Königin.

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Der Prinz von Conde, welchem der Staat seinen Ruhm und der Car-dinal seine Sicherheit zu danken hatten, rechnete seine Dienste allzuhochan, und ward durch die vielen Forderungen zum Rebellen. Anfonften wi-dersetzte er sich der Verheyrathung der Nichte des Eardknals mit dem Her-zog von Mekcöur; man entschloß sich ihn inhaftiern zu lassen, und die Ge-legenheit war wegen der offenbaren Uneinigkeit des Prinzen mit den Fron-deurs günstig dazu. Er beschuldigte sie vor dem Parlement, und unterandern den Herzog vmr Beaufort und den Coadjutor , daß sie ihn ermordenlassen wollen, und wahrend man mit Einleitung des Processes beschäftigtwar, wollten die beeden Partheyen , die sich ins Parlement begaben, in demgrosen Säle einander in die Haare kommen. Die Königin nutzte dieseUmstände, und vereinte sich wieder mit den Frondeurs. Die Herzoginvon Chevreuse gewann den Herzog von Orleans, nachdem sie ihn von demAbt de la Midiere abgezogen hatte, welcher in Ungnade fiel; sie brachteseine Eifersucht gegen den Prinzen von Conde auf, und so weit, daß erdesselben Jnfiaftirung wünschte. Dieses wurde den i tz. Jenner durch denGuitaut, Hauptmann von der Leibwache der Königin, seinem NeffenComminges, und den Miossans Lieutenant von den Geusdarmes des Kö-niges (Marschalk von Albret) vollzogen. Der Prinz von Conde, der Prinzvon Conti, Und der Herzog von Longueville wurden erstlich Nach Vincennes,sodann nach Marcoußi, und weiter nach Habre-de-Grace geführet, wobeyzu erstaunen ist, daß das Volk deswegen Freudenfeuer anzündete. Aufdiese Nachricht flüchtete die Herzogin von Longueville in die Normandie,wohin ihr Marsillae folgte; der Herr von Bouillon gkeng nach Turenne,und der Herr von Turenne nach Stenai. Marsin, so dem Prinzen von Con-de ergeben war, wurde in Eatalonien mitten Unter der Armee, so er anführ-te , iu Verhaft genommen. Die Königin gieng mit einigen Truppen un-ter dem Graden von Harcomt den i. Hornung weg, und führte den Königin die Normandie, um diest Provinz wider die Unternehmungen der Frau

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