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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie. ^ zn

Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewlg XlV.

Agenten, um die Königin zu nöthigen, den Cardinal wegzuschaffen. Gastsschickt die Mademoiselle nach Arleans, diese Stadt auf semer Seite zu er-halten; die Herzoge von Mempurs und Beaufort, ob sie gleich Schwägetzwaren, und einerley Interesse hatten, bekamen daselbst einen Stritt, wor-auf kurz hernach einZweykampf erfolgte, in welchem ber Herzog von Beau-fort den Herzog von Nemours tödete.

Den 6 . April hebt der Prinz von Conde verschiedene Ouartiere desMarschalls von Hocquincourt zu Bleneau auf, aber die Ankunft des Mac-schallen von Turenne rettete den übrigen Theil der Armee, um vielleicht denKönig, der zu Gien war, und welchen der Prinz von Conde aufhebenwollte.

Gefechte zu Etampes, wo der Herr von Turenne und der MarschallHon Hocquincourt dse Vorstädte überwältigten , mehr als tausend Mannvon den besten Truppen des Prinzen niedermachten, und viele Gefangenebekamen. Etampes wurde schon drey Tage belagert, als die Ankunft desHerzogs von Lothringen, der an derSvitze von 9000. Mann in den Gegen-den von Paris erschien, dieses Absehen hintertrieb; man ließ sich mit die-sem Prinzen in Unterhandlung ein, und derselbe zog sich vermittelst einerSumme Geldes, die man ihm gab , zurück. Der Prinz , welcher mitGrunde in den Wankelmuth des Herzogs von Orkeans ein Mistrauen seh-te , langt zu Paris an, um ihn nach einem so beschwerlich- als gefährlichenMarsch feste auf seiner Seite zu erhalten. Hierauf fieng er an mit demHofe, der zu St. Germain war, durch Vermittelung des Herzogs von Ro»han, des Chavigni und Goulas, welche Befehl hatten den Cardinal nichtzu sprechen, zu negotiiren. Da diese Unterhandlungen fruchtlos^ abgelau-fen , entschloß sich der Prinz, den Krieg wieder anzufangen. Er lagertesich zu St. Cloud, vor ihm war der Fluß, und disseits stund der Herr vonTurrenne. Dieser Posten schien ihm gut zu seyn, so lange er den Rlickensicher hatte, da er aber bey Ankunft des Marschalls de la Ferte zwischenzwey Feuer zu kommen besorgte, so erwehlte er den Posten zu Charenton,und gieng über die Seine, hatte auch Paris- zu seiner rechten , und warfolglich durch nichts vom Herrn von Turenne abgesondert. Als ihn auf die-sem Marsch von der Königlichen Armee zugesetzt wurde, blieb ihm nichtsals die Zeit übrig, sich in die St. Antons Vorstadt zu werfen, wo den

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