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dritte Königliche Linie.
Denkwürdige Begebenheiten unter LudewigXIV.
Ligne, und den 24. nimmt er Jpern weg. Den zo. August erobert der Mar-schall voll la Ferte Gravelingen.
Zu Calais wurde der König krank, und fiel in gross Lebensgefahr. EinArzt von Abbeville, Namens du Saussi, der gebraucht worden, hatte ei-nen grosen Zank mit des Königs vordersten Leibarzt Vallot, und heilte denKönig mit Brechwein, welcher damals wenig bekannt war. Lige, derRheinische Bund genannt, welche nach der Kaiserwahl die Ruhe in Teutsch-land zu erhalten von dem König in Beyseyn des Marschalls von Gramonkund Lionne mit verschiedenen Chur-und Fürsten des Reichs geschlossen wor-den. Die Churfürsten lassen den neuen Kaiser eine Capitulation schwören,worinnen unter andern Verbindungen derselbe verspricht, den Feinden Frank-reichs keine Hülfe mittelbar oder unmittelbarer Weise, weder als Kaiser,noch als Erzherzog von Oesterreich, zu leisten, und sich all demjenigen, waszu Münster ausgemacht worden, zu unterwerfen.
In Welschland bezog der Herzog von Modena die Winterquartiere mdem Lande des Herzogs von Mantua, welcher alles, was er Frankreich zudanken hatte, hintansetzte, und sich für die Spanier erklärte. Man bewil-ligt ihm die verlangte Neutralität. Den 21. Jul. erobert der Marquisde Ville die Stadt Trino, und den 25. August ergiebt sich Mortara an dieHerzoge von Modena und von Navailles» Der Herzog von Modenastirbt den 14. Oktober.
Die Herzogin von Savoyen, Ludewigs XIII. Schwester, macht sichder Anträge, so Spanien an sie that, zu nutz, um eine Heycath ihrer Prin-jeßin Tochter Macgaretha mit dem König zu stiften, welchem Spanien dieJnfantin nicht geben wollte. Der Cardinal Mazarin bestärkte seines Theilsdie Herzogin von Savoyen in ihrer Hofnung, in der Absicht Spanien eifer-süchtig zu machen, es begab sich auch der König wirklich nach Lyon, woer den 28. November anlangte, um allda die Prinzeßin Margaretha zuse-hen , welche die Herzogin von Savoyen, nebst ihrem Prinzen, dahin brach-te. Diese List getung dem Cardinal, und Pimente! langte eiligst an, umvon Seiten Spaniens Heyrathsvorschläge zu thun. Die Königin machteder Herzogin von Savoyen kein Geheimniß daraus, und fertigte sie mitdem Versprechen ab, daß, wenn die Vermählung mit der Jnfantin fehl-
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