Geschichte von Frankreich,
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Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
„fantin darauf Verzicht thun lassen, und darauf dürste man nicht lange„warten, weil sie nichts als das Leben ihres Bruders des Prinzen davon„ausschließen kam" Hies das nicht das künftige voraussehen?
Die Protestanten halten zu Loudun einen Natkonalsynodum, derglei-chen sie alle drey Jahre hielten, wozu ihnen der König sechzehn tausendFranken gab. Da sie sich drey Jahre hernach verfammlen wollten, lies sieder Cardinal Mazarin bedeuten, daß sie mit ihren Provincialsynodis zufrieden seyn könnten, und es ist auch kein Nationalsynodus seit dem vonLoudun an mehr gehalten worden,
Carl Gustav muß nach verschiedenen Unfällen mit den Holländern Frie-de machen, und dieselbe verbinden ihn auch, mit dem König in Dänemarkwieder eins zu werden, worüber er sich das nachfolgende Jahr zu Todegrämte.
Den 2. Hornung stirbt Gast» zu Blois km einem Alter von s2. Iah-ren; er hatte in seiner ersten Ehe mit der Herzogin von Montpensier eineTochter erzeuget, welche man die Mademoiselle hies, viele Heyrathenausschlug und Memoires hinterlassen hat. Mit seiner zweyten Gemahlin,Margaretha von Lothringen, Carls IV. Schwester, hatte er drey Prinzes-sinnen, wovon die erste an Cosmum IH. Grosherzogen von Toscana, diezweyte an Ludewig Joseph Herzogen von Guise und die dritte an HerzogCarl Emanuel den II- von Savoyen vermählt worden. Dieser Prinz, sag-te der Cardinal vonRetz, „gieng alles an, weil er nicht die Stärke hatte,„denjenigen die ihn zu etwas verleiteten zu widerstehen, und er kam allemal„mit Schande heraus, weil es ihm am Muth gebrach, dabey zu beharren."Der Herr von Chavigni schrieb an den Cardinal von Richelieu, daß dieFurcht ein herrlicher Redner war, diesem Herrn alles was man von ihmverlangte beyzubringen. Monrresor sagt; „Gasto hatte wirklich keine„andere Furcht als wegen' seiner Person, und so lang ich bey ihm in Dien-ten gestanden, bemerkte ich solche allein an ihm, indem ich niemals wahr-genommen, daß er vor einem von den Seimgen, sie mochten auch allen„erdenklichen Gefahren ausgesetzt gewesen seyn, in Sorgen gewesen." DerKönig reisete so lange, bis der König von Spanien die Jufautin auf die
Greo-