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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie.

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Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.

Den i. November muß der Herzog von Lochringen, nachdem er ver-schiedene Vortheile in dem Lauft dieses Feldzuges gegen die Türken erhaltenhatte, die Belagerung von Ofen aufheben, wozu er den i. Jul. den Anfanggemacht hatte.

Als der König im Jahr 1674. die Balley du Palais, und alle Herren-^geeichte in der Stadt und den Vorstädten von Paris mit dem Chatelet ver-einet hatte, errichtet derselbe durch das nemliche Edict ein Landgericht miteben so viel Bedienten , als das alte Chatelet gehabt hatte. Gleichwie aberdiese zwey Gerichte immerzu über ihre Grenzen stritten, und diese Striktig-keiten die Polieeyordnung verletzten, so stellte der König zehn Jahre nachder Errichtung das neue Chatelet wieder ab. Diejenigen, so nicht in dasalte Chatelet aufgenommen worden waren, bekamen das Geld vor ihre Stel-len wieder, und der König setzte die Balley du Palais , und einen Theilder aufgehobenen Herrengerichce wieder ein.

Die Prinzessin von der Pfalz stirbt den 6. Julius,

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Tod Carls II. Königs in Engelkand den 16. Hornling.Bey seinenj,grosen Fehlern hatte er kaum einige Tugenden solche zu bändigen, uUd nureinige leichtere Fehler hielten den andern das Gegengewichte." (BurnersGesch. von Engel!.) Sein Bruder Jacob II. folget ihm. Diesem Prin-zen hatte man da er noch Herzog von Jork war, (welches seine schönste Le-benszeit gewesen) die Erfindung zu danken , die Befehle vermittelst derFlammen und Flaggen einer Flotte zu ertheilen, und sich gegen solche ver-nehmen zu lassen; nachmals brachte der Marschall von Tourville diese Er-findung zur Vollkommenheit. Per Pabst bittet vor die Genueser, woraufihm der König verspricht, ihre Stadt nicht einzunehmen, und ihnen nichtszu entziehen, wofern sie ihm die verlangende Genugthuung leisteten. Die-ftmnach legte sich der Doge Francesco Maria Jmperiali, in Begleitung vonvier Senatoren den 15. May dem König zu Füftn. Er bedeckte sich bey derAudienz, die ihm der König mit grosem Gepränge in der Galerie gab. Nachden Genuesischen Gesetzen verliehet der Doge so bald er aus der Stadt istseine Würde und seinen Titel, der König aber verlangte, daß er beedes behielt,'denn ausserdem wär nur ein bloftr Genueser vor ihm erschienen.

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