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Ge schichte von Frankreich/
Denkwürdige Begebenheiten unter Ludewig XIV.
mandie und Bretagne zerstreuete , der Englische Admiral uns zu la Hougueund Eherbourg i z. Schiffe verbrannte.
Der König eommandirte in Person und nahm den s.Jun. §ie StadtNamur, vor welcher 7. Tage zuvor die Laufgraben eröfnek worden , ein,und den zo. das Schloß. Vergebens wollten ihr der Prinz von OranieNund der Churfürst von Bayern zu Hülfe kommen, es verhinderte sie derMarschall von Luxenburg, so die Belagerung deckte und die Lage des Landesdaran, dessen er sich zu nutz machte, ihnen den Paß zu verrennen. DieseStadt, die der Prinz von Onanien 169s. wieder einnahm , wurde vonneuem Ludewig XV. im Jahr 1746. unterworfen, als sie der Generalmar-schall Grav von Sachsen nach 8. tägigen offenen Laufgraben eroberte. Den4. August fallt die Schlacht bey Steinkirchen vor. Sie war die blutigsteim ganzen Kriege; es ist bekannt, daß der Herr Marschall von Luxenburgdurck einen falschen Brief eines Spionen hintergangen worden, und dersel-be glaubte wirklich die Annäherung des Feindes nicht, bis er vernahm, daßdie Brigade von Bourbonnoiö eben angegriffen worden ; er machte diesenIrrthum wieder gut, und stellte sich nach zweymalig fruchtlosen Anfällen beydem dritten an die Spitze des Leibregiments, wobey der Herr Herzog vonChartres, der Herr Herzog, der Prinz von Conti, die Herrn von Wendo-me, rc. zugegen waren, und zwang den Prinzen von Oranien wieder durch dieDefileen zurück zu kehren, wo er hergekommen war. Dieser Prinz, wel-cher während des ganzen Feldzuges eine Postensache (astsire äs poüe) da-mit nur das Fusvolk allein zum Schlagen käme, gesucht hatte, muste zuSteinkirchen lernen, was das Französische Kriegövolk vermöge, so wie erzu Leuse gelernet, wie furchtbar unsere Reuterey wär.
Der Herzog von Savoyen rachete die Unfälle in den zwey letztem Feld-zügen sehr gut, und verheeret das Delphinat, so wie wir die Pfalz ver-heerten , auch erobert er den 17. August Embrun und hernach Gab. DieArmee des Herrn von Catinat war zu schwach dieser Unternehmung Einhaltzu thun, welche vielleicht noch üblere Folgen gehabt haben würde, woferneder Herzog von Savoyen nicht krank geworden war.
Den 17. Sept. schlagt der Marschall von Lorges den Herzog vonWür-tenberg bey Pforzheim, und den 8» Oktober nöthigt er den Landgraven von
Hessen,