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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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Geschichte von Frankreich/

Den kwürdige Begebenheiten nntex Hudewig XIV.

Der Herr von Boufflers erobert den 6.Jenner Furnes und macht all^da 4002. Engellander zu Kriegsgefangenen. Den 8» hebt per Herr vonTallard die Belagerung vor Rhejnfels auf.

Den 27. März werden sieben Marschalle von Frankreich gemacht;nemlkch die Herren von Choiseul, vonVilleroi, von Jojeufe, von Boufflers,von Tourville, von Noailles und von Catinat.

Den s. April stirbt die Mademoiselle von Monkpensier.

Den 21. May erobert der Marschall von Lorges Heidelberg, und zweyTage hernach das dasige Schloß, dabey wurden viele Grausamkeiten ver-übet, und die Churfürstlichen Gräber entehret.

Der König, welcher zu seiner Armee nach Flandern gegangen war, wirdzu Ques.noi krank, und geht nach Versailles zurück; dieses ist sein letzterFeldzug gewesen. Er schickt den Dauphin nach Deutschland, welcher aufden unter Heilbronn stehenden Prinzen von Baden anröchet, da aber dessenLager unmöglich angegriffen werden, Ufld Monseigneur ihn zu keiner Schlachtlocken konnte, so gieng er gegen Ende des Augusts zürnst. Den 15. Jul.laßt der Herr von Luxenburg ein Detaschement, so der Grav von Tilli com-mandixte, bey Mastricht angreifen, und es wurde in die Flucht geschlagen.Den 24. Jul. erobert der Marschall von Villeroi Hui.

Seit dem der König abgereiset war, suchte der Marschall Mittel, denPrinzen von Oranien zu einer Schlacht zu bringen; zu dem Ende versuchteers, ihn aus seinem Posten vom St. Andreasberg, wo er verschanzt war,zu ziehen, welches er unter dem Scheine eines Absehens auf Lattich insWerk setzte. Der Prinz von Oranien und der Churfürst von Bayern nä-herten sich dieser Stadt, um ihr beyzustehen, und als der Marschall vernom-men, daß sie ihr .Lager verlassen hatten, so dachte er lediglich sie anzugreifen.

Schlacht zu Neerwinden am 29. welche der Herr von Luxenburg demPrinzen von Oranien abgewann, und wo wir vor den Verlust von 7. bis8220. Mann unserer Seits das Schlachtfeld behaupteten. Der Verlustder Feinde war noch beträchtlicher, man erbeutete 76. Stück Canonen, acht

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