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Chronologischer Auszug der Geschichte von Frankreich : worinnen nicht nur dieselbe vom Ursprung der Monarchie an abgehandelt, sondern auch das Merkwürdige von andern Völkerschaften erzehlet wird / Aus dem Französischen des Herrn Präsidenten von Hainault, übersetzt, von Carl Friedrich Tröltsch
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dritte Königliche Linie.

Besondere Anmerkungen.

Ich rede nicht von dem Beweggrund solcher Kreutzzüge, welchen mannicht genug ehren kein; die Ausführung war nur so übe! eingeleitet/ weil sievielleicht unmöglich gewesen, als der Gegenstand davon heilig und gottseligwar. Ich sage nur, daß wir in den Kreutzzügeu eine schöne Gelegenheitfinden, die Irrthümer des menschlichen Verstandes zu betrachten. Nichtsist merkwürdiger und zugleich lehrreicher als zu bemerken, wie die Leiden-schaft sich gänzlich der Menschen bemeistert, und wie dieselben sogar bis aufdie heiligsten Sachen alles dieser nemlichen Leidenschaft unterwerfen können.Die Religion war bey weiten nicht so heiter als sie heutiges Tages ist, diePhilosophie, welcher man zuweilen mit Grunde vorwirft, daß sie derselbennicht Vortheilhaft sey, wenn sie in unordentlichen Köpfen wohnet, thut ihrherrliche Dienste, wenn man sie zu niä-ts anders gebrauchet als Schlüssevon Grundsätzen, die nicht von ihr herrühren, abzuleiten, welches man inder Geschichte der Religion leichtlich gewahr werden kan. An den Zeitender Unwiflmheit, d. i. in den Zeiten in welchen man nicht dachte, nimmtman wahr, daß ein grober Aberglaube statt jenes geistreichen und wahrenGottesdienstes regiere, welchen sie eingeführet hat. Seit des XI. Jahrhun-derts ward die christliche Religion ein Deckmantel für allerley Misbraücheund Laster, und die Christen, eine Art Götzendiener, die den wahren GQttehren , so wie man. ehedem die falschen Gottheiten ehrte. Die Besserungder Sitten und die Aufopferung der Leidenschaften hatten gar keinen Theilan dem Gottesdienst, und man glaubte, so wie imHeidenthum, mit Verach-tung der ausserlichen gottesdienstlichen Uebungen alles gethan zu haben.Nur seit dem man zu denken angefangen hat, weiß man, daß die Uebungder Religion ohne dem Gehorsam des Verstandes und des Herzens nichts sey,und dieser Vortheil, welchen das Denken gebracht hat, ist so merklich , daßman auch sogar noch heutiges Tages einen Unterschied unter denjenigenChristlichen Völkern wahrnehmen kan, bey denen die Weltweisheir wenigeroder mehr gewonnen hat. So ist z. E. m Frankreich ohne Zweifel die A e-ligion mehr als irgendwo bekannt, und der Aberglaube daraus verbannet,vielleicht sind daselbst die Sitten nicht besser, man siehet aber ein, daß manÜbels thue, und hat nicht mehr den Irrthum zu glauben, es könnten dieöffentlichen gottesdienstliche Handlungen die Sünden abtilgen, und G ssttvergebe eine Sünde der andern wegen. Nicht als ob die Welcweisb-durch den Misbrauch, den man damit machet, nicht vieles Uebel gestiftetbe, meine Meinung ist nur diese, daß, wemi die Weltweisheit einmal i n

dem