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Briefe an einen jungen Prinzen von einem alten Manne : in zweenen Bänden / aus dem Schwedischen übersetzet von J.D. Reichenbach.
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i44 Eines altern Marines Briefe

strafet und der andere losgesprochen; von zweenengleich Zugethanen und Getreuen muß nicht der eineunterdrücket, und der andere belohnet werden: un-zähligst mehrerer Fälle zu geschweige», worinneneigentlich eine abgemessene Gnade und Gerechtig-keit besteht.

Eure Königliche Hoheit werden in allen Zeit-geschichten finden, daß die Misgunst und der Schmerzüber ein erlittenes Unrecht die beyden Quellen sind,woraus der brausende Uneinigkeitsftrom entspringt,und daß also vieles auf die Achthabung und dasVerhalten des Regenten ankomme, ein so ungemeinschädliches Uebel des Landes zu dampfen.

Eines milden Fürsten Herz wird geängstiget,wenn es bemerket , daß die Unterthanen sich untereinander aufreiben, und wenn Falschheit, Arglistund Tücke aus der meisten Augen leuchten. Einliebreicher Vater stellet ja den Frieden zwischen sei-nen Kindern her; ein solcher aber ist gewiß hartund der Natur vergessend, der sie so lange einanderin den Haaren liegen läßt, bis der Tod dazwischenkömmt und ein Ende ihres Haders machet.

Ein König und Regent kann in dem Erbtheile,das ihm des Herrn Hand anvertrauet hat, nimmersorgfältig genug den Grund zu einer aufwachsendenUneinigkeit ausforschen. Nicht selten hält er viel-leicht eines andern Sache für die seinige, und oft

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