Band 
Erster Theil.
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Neuer Vorbericht.

„Wort in Latein gebracht, und also durch eino augenscheinliche Probe gewiesen,„daß des Herrn von Besser Verstand und ungemeiner Geist nicht nur in der Mut-„ter-Sprache, sondern auch in derRömischen Herfür glimme, welches Lob weder„dem Virgil noch dem Horaz bisweilen kan zugeschrieben werden. Ins besonde-re setzte damahls der Verfasser alle diejenigen in die äusserste Verwunderung,welche den Anfang seines LoV-Gedichks aufChurfürst Friedrich Wilhelm zu le-sen bekamen; worüber der gelehrteFellcr sein Vergnügen folgender Massen öf-fentlich an den Tag legte. * Jetziger Zeit muß man dem Ehur - Brandenburgi-„sthen Hof-Rach Besser auch eine Ehren - Säule aufrichten, Massen seine teutsche„Gedichte nicht allein Sinn-und Spruch-reich, sondern auch von netten und aus-gesuchten Worten sind, wie aus denjenigen Stücken, so er Helden und Heldinnen„zu Ehren gemacht, klarlich erhellet, auch noch mehr erhellen wird, wann er das„vorhabende Helden-Gedicht von dem im Leben grossen; aber im Tode noch grös-„sern Friedrich Wilhelm, dessen Vorschmack ich jüngst in Berlin empfunden,„zu Ende bringen, und der gelehrten Welt vor Augen legen wird. Von eben die-sem Gedichte schrieb der schon genannte gelehrte Prediger in Leipzig, Herr Lhri-„stianwagner, an seinen Bruder, den Raths-Herrn daselbst, dieses Urtheil: Ich„bin dem Bruder höchst verbunden, daß er mir des Herrn von Besser vortreff-liches Gedichte zur Durchlesung geschickt hat. Ob gleich dieses nur der Anfang„davon ist, so hindert solches doch nicht, daß ich es nicht für ein Meisterstück erken-„nen solte. Wann ich hier an den Verfasser selbst schriebe, so würde ich mich hü-„tcn, meine Meinung so frey davon heraus zu sagen, aus Furcht, daß er mich für„einen Schmeichler ansehen möchte. Aber da der Bruder mein Urtheil ausdrück-lich darüber zu wissen verlangt, so sehe ich nicht, was mich abhalten könte, unter„uns im Vertrauen dasjenige offenhertzig zu erklären, was ich davon halte; Alles„ist groß in diesem Gedichte, der Innhalt, die Einrichtung, die Ausarbeitung, und„die schönen Gedancken, die überall herrschen, ohne den Leser aufdie Lohensteini-„nische Weise durch zusammen gedrungene locor commrme; langweilig zu ma-„chen. Sonderlich bewundere ich die Gleichheit in der Schreib-Art, die ich in„allen Theilen antreffe, und welche mir das Geständniß ablockt, daß ich unterder«Menge unserer teutschen Lob-Reden nicht eine einzige kenne, welche sich dieser„nähern kan. Die gute Wahl,so der Chur-Brandenburgische Hof in der geschick-„ten Feder des Herrn von Besser getroffen, ist nicht weniger glücklich als Ale-xander des Grossen Einsicht, daerdenMeiseldesA.yftppus und den Pinsel des„Apelles allen andern Künstlern in dieser Art vorgezogen hatte. Wiewohl diese„von weit mittderer Wichtigkeit find, Masse» st« nur das Ebenbild des Leibes; un-„ser Verfasser aber so wohl die innerliche als äußerliche Vollkommenheiten feines„Helden aufdas ähnlichste vorzustellen, und dasjeniae würcklich zu erfüllen weiß,„wasparacclsus eheinahls aus eitler Pralerey von sich gerühmt hahnemlich, daß„er einen todten Löwen wieder lebendig machen könne.'' Herr l). pmcker gab ebendiesem seinen Beyfall solcher gestalt zu verstehen: ,Ievou8 ay dien <1e l'obligr-„rion, pour m'uvoir procure äe,Vlräeör^er'ce8heruxeIoge8kunLbre8, gu'il„2 publieeb en Honneur lleksue i^llame hon epoule: msls je vous en porcs„eneors äavLNtLgs, pour m'svoir communiguer en msms remp8 le projec„Lvlll dien gue le Premier cilü^ ils csr excellenc ouvrsge, gue cer bsbile ecrl-„vain amainrensncen main, pour ererniter I 2 memnire äe leu iVIonleiZncur„ton /riairre. II kuur conkeiler, iVlonlieur, guelabeaure clu äessein nseeäe en

* In seiner Vorrede zu Tobias Richters Gerhards, welche 1692. zu Leipzig in 8. Her-übersetzung der Geistlichen Andachten 0. aus kamen.

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