xur Lebens-Beschreibung.
Ihre erste Reise gierig im tausend sechshundert fünf und sieben-higsten Jahre nach Sachsen, auf das wegen seiner trefiichen Lehrerdamahls nicht minder als jetzt berühmte Leipzig. Die gantze Stadtkonte weder dem Aufseher noch dem Untergebenen ihren Beyfall ent-ziehen,nachdem sich an beyden so mancherley edle Leibs-und Gemüths-Gaben hervorthaten.
Sie legten daselbst fast das völlige folgende Jahr, bey ihrem ge-wöhnlichen Fleisse, ohne einen sonderbaren Zufall zurücke; ausser,daß sie einige mahl zusammen nach Dessau abreiseten, woselbst dervon Maydel bey seinen reformirten Glaubensgenossen den Tisch desHErrn zu besuchen, und zu gleicher Zeit, nebst seinem Hofmeister, beyHofe seine Aufwartung abzustatten gewohnt war.
Der Ausgang desselben, und der Anfang des folgenden Jahresaber, zeigte sich für beyde desto gefährlicher. Ihre Vorzüge leuchte-ten allzusichtbarlich in die Augen, als daß sie unbcneidet hätten blei-ben können.
Sonderlich fiel ihre Geschicklichkeit in Fechten einigen rohenEdelleuten unerträglich, die unter der Besatzung auf dasiger FestungPlcissenburg stunden; weswegen sie mit aller Macht Anlaß suchten,den Muth dieser beyden Fremdlinge auf die Probe zu stellen. End-lich ereignete sich die unglückliche Gelegenheit dazu, als zween von ih-rer ordentlichen Tisch-Geselischafft bey D. Welschen, der von Ben-nigsen und dess'n Hofmeister Lange, bey Ausgang des Winter-Mo-nats, einen gewissen von Lochau mit sich zu Tische brachten, welcherLcutenant unter den so genannten Blauröcken aus der Pleissenburg,und sonderlich auf Bestem übel zu sprechen war, weil ihn dieser, ei-nige Tage zuvor, im Nahmen eines andern, zur Rede gesetzt hatte.
Ihr erstes war, daß sie den von Maydel und seinen Hofmeister,als ob es von ungefehr geschahe, von einander abtrenneten,als mansich zu Tische verfügte. Lochau, welcher sich neben Maydeln setzte,fienggleich an,Bessern hönische Gesichter zu schneiden, und ihn mitallerley Stichel-Reden aufzuziehen ; worauf aber dieser nurganhkalt und kurh antwortete. Jener machte sich hierauf an Maydelnmir eben dergleichen stachlichten Worten; als er ihn aber doch da-durch
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