Band 
Erster Theil.
Seite
LXXIII
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Lebens - Beschreibung. ^xxm

feine völlige Haushaltung nach Halle zu versehen, fiel eine Gelegenheitvor,dadevHvf eines geschickten und entschlossenen Mannes zu einergeheimen Abschickung nach Preussen benöthiget war. Der Herrvon Danckelmann schlug unsern Besser als denjenigen dazu vor, dersich nicht nur schon in Londen bey gleichem Vorfalle so behertzt erwie-sen, sondern auch in Königsberg die erforderliche Bekanntschafft dazuhatte. Also erhielt Besser, zu Anfang des Christ-Monats, geheimenBefehl, sich dahin zu verfügen, und sich daselbst, mit Zuziehung desPreußischen Cantzkers von Kreutz, so unvermerckt als es seyn könte,der Person eines gewissen Barons Piccinardi zu bemächtigen, der sichunterdem Nahmen eines Kayferlichen Agenten in dem Fürstl. Rad-zivtlischen Hause eingeschlichen, und dadurch in den Verdacht gesetzthatte, daß er ein und anders, zu des BrandenburgischenHofts Nach-theil, die Wiederverheyrathung der Marggrafiichen Wittwe Prin-ceßin Radzivil betreffend, allda auszuführen Sinnes wäre.

Besser kam den zehnten in Königsberg an, woselbst er sogleichauskundschafftete,daß Piccinardi ein grosser Liebhaber des Ballschla-

Herr von Fuchs ein sehr nachdrückli-ches Empfchlungs-Schreiben mit, fol-genden Inhalts : Bey dieser Gelegen-heit kan nicht umhin,meinen» hochgeehr-ten Herrn geheimen Rath gegenwärti-gen Herrn Hoff-und Regrerrmgs- RathBessern zu empfehlen. Man sagt imSprich-Worte: vino venäidUl nonvpu; eNtulpensL lieclerL, und ich dinversichert, wenn sie erst seine ungemeinegute Eigenschaffken, und Geschicklich-keit, und dann seinen angenehmen Um-gang kennen werden, so werden sie ihnselber lieben, und ihme einen Platz in ih-rer Freundschaffc gönnen; Ich aberwerde nichts destoweniger solches aufmeine Rechnung schreiben, und es nichtanders deuten, als wenn es auf meinenEmpfehl geschehen.

Herr von Meinders aber suchte un-sern Verfasser bey eben diesem Cantzlcrin folgendenAusdrückungen bestens an-zuschreiben : So empfehle Ew. Excell.desselben Person aufs beste mir dienst-

licher Bitte: Ihme nicht allein jedes-mahl alle Glichen und Freundschafft zuerweisen; sondern auch Sorge zu tra-gen,damit er ungesäumt solcher Gestalteingeführet werden möge, wie es St.Churfürst!. Durchl. gnädigsten Absichtund dem Jnnhalt der ihm ertheiltenBestallung gemäß ist. Ich habe jeder-zeit vor gedachten Herrn Besser einesonderbare Hochachtung gehabt, undzweiffele ich nicht, er werde bey der an-ictzo ihme gnädigst anvertrauten Amts-bedicnung sich ferner so verhalten, daßso wohl Ew. Excell. als die gantze Regie-rung mit ihm und seiner Aufführung zufrieden zu seyn Ursach haben werden.Inzwischen versichere Ew. Excell. daßich die Frcundschafft und Gewogenheit,so von deroselben derHerr Besser genief-fen mird,stmit lfonderbarem und stetswährendem Dancke erkennen, und Ge-legenheit suchen werde, solche mit allengefälligen Diensten nach Möglichkeithinwiederum zu verschulden.

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