uxxxu Lebms-Beschreibung.
aber, da er ihren Sarg noch einmahl eröfnen ließ, ihre Schöne schongantz verfallen, und sie völlig cntstaltet fand, ward sein Schmertz der-maßen wieder dadurch aufgebracht, daß er nach fünf Jahren, die Fe-der anietzt von neuem crgrif, und in einer abermahligen TrauervElegiebeydes den Tod seiner Frau und seines Sohnes auf das zärtlichste be-klagte, und daher wohl mit Recht von sich selber sagen durffte:
Daß keiner, wer er sey, sie mehr betrauren können. *
Dieses bekräfftigte schon dazumahl sein werther Freund und damah-liger Rathsherr zu Leipzig, Herr Gottfried Wagner, wann er also anihn schrieb:
Gewiß, gantz Leipzig wird mit Liebes-Thränen lesen,
Was du von Kühleweins, des Theuren, Tochter schreibst;
Durch ihn wuchs unser Heil, durch sie warst du genesen,
Ich weiß es, daß du noch bey diesem Ausspruch bleibst.
Hat jemahls unsre Stadt ein schönes Kind erzogen,
Das nach und nach der Zucht und Tugend Bildniß ward,
Dein man beym ersten Blick blieb bis ins Grab gewogen,
So wars die Selige recht in vollkommner Art.
Ihr äußerlicher Glantz war wie ein schön Gebäude,
Aus dessen Richtigkeit des Meisters Geist erhellt;
Doch war ihr Innerstes voll herrlicher Geschmeide,
Das rechten Kennern doch nur ins Gesichte fällt.
Doch mochte niemand wohl auf die so seltnen GabenSich besser ic versiehn, als du, mein bester Freund,
Bis gar ihr Wehrt und Preis dich so bezwungen haben,
Daß sie, die du gesucht, dein mächtig worden seynd.
Nun warst du selbe Zeit auf unsern Pindus-HöhenBey allen hochgeschätzt: wen Muth, wen Witz bezwäng,
Dem riech sein innrer Trieb mit Bessern umzugehen,
So daß sich iederman zu deiner Freundschafft drang.
Zwar knirschte wohl der Neid bey deinem Tugend-Ruhme,Der schon die zarte Brust, die du verehrt, gerührt,
* In seinem ersten Trauer-Gedichte über seine Kühleweinin in dem II. Thei-le dieier neuen Ausgabe Bl. z83-
Und