L.XXXIH
Lebens-Beschreibung.
Und machte doch dadurch sie dir zum Eigenthume;
Weil wahre Liebe ja kein Irrwisch nie verführt.
Doch kam bald ein Comet, der deinem Leben drohte,
Und ob die Sonne gleich der Nebel Dampf zertrieb,Geschahs doch, daß sein Grimm den Donner selbst aufböthe,Dadurch dein gantzes All fast auf der Stelle blieb.
O weh l ieht wolt ich erst von deiner Treue sagen,
Von deiner Tapferkeit, wie sie für deinen FreundSich beyderseits so offt zum Opfer angetragen,
Und dannoch beyderseits von ihm verworffen seynd.
Wie wider Zwölffe du, als Perseus, hast gefochten,
Weil man Andromeden vielleicht dir mißgegunt,
Da alle Zwölffe dich dennoch nicht übermochten,
So, daß vor deinem Muth ihr Frevel steinern stund.
Ach! aber Maydels Tod macht dich noch itzt zur Leiche,
Indem sein Blut, das du aus Treu gesogen hast,
Dir aus den Augen qvillt, daß ich fast selbst erbleiche,
Drum brech ich jahling ab vor grossem Hertzens-Prast.Europens Schauplatz * mag forthin die Wahlstadt heißen,Wo zwar dein halbes Hertz vor dir ermordet liegt,
Und tausend Furien verstohlne Thäter beißen,
Hergegen deine Treu in reinster Unschuld siegt.
Und so verlosch dein Stern mit deines Freundes Leben,
Doch zündte deine Treu die Liebes-Fackeln an:
Die Freundschafft wollt an dir ein klares Beyspiel geben,
Was gar ein Ehweib sich zu dir versehen kan.
Ihr jung und reges Blut vergliche sich dem deinen :
Dann sig bekannte dir, daß sie dich gleich geliebt,
So liessest du auch ihr gleich deine Flammen scheinen;
Woraus des Himmels Schluß sich zu erkennen giebt.Sechs Jahr verflossen so, eh ihr zum Ziel gekommen,
Indeß war beyder Hertz, was zwey Magnete seyn,
* Nemlich das bekannte Historische oben Bl. Xl>Vlll, angezeigt habe, aus-Buch.Heglrum Luropseum benannt, führlich beschrieben steht,worinn dies« Begebniß, wie ich schon
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