Band 
Erster Theil.
Seite
XCVIII
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XEVIII

Lebens-Beschreibung.

eher Zeit an, mit einer so genauen Freundschaffc, daß er mir alle undrede,auch so gar seine allergeheimste Angelegenheiten, vertrauere,mich,so offt er Alters halben ausgieng, ich ihn aber wöchentlich wenigstenszwey oder dreymahl besuchte; bis er endlich, nachdem solches vieleJahre gedauret hatte, keinen Tag mehr ohne mich leben konte.

Wie ich nun, in so langer Zeit, vielerlei) Gelegenheit fand, ihmtheils angenehme Dienste zu leisten, theils manchen Verdruß von ihmabzuwenden, den er sich durch die Hcfftigkcit seiner ersten Bewegun-gen nicht selten zuzog, ihm auch meine Bereitwilligkeit in allen Vor-fallen eiftigst darlegte; so pflegte er mich im Schcrtz nur immer seinenhitzigen Freund zu nennen. Endlich bekam ich im i/I/ften Jahrevon neuen Anlaß, ihm einen sehr beträchtlichen Dienst zu erweisen,und ihm dadurch von einem Kummer abzuhelffen, der ihn sehr amHertzen nagte. Währender Zeit, da er zu Berlin aus seiner Bedie-nung und daher in solche Bedrängniß gesetzt ward, daß er, seine Bü-cher ausgenommen, alle das seimge verstossen, und hier und dar Geldaufnehmen muste, hatte ihm auch sein Schwieger-Sohn mit mehr alsdreytausend Thalern nach und nach großmüthig beygestanden. Je-doch als diesem im i^zsten Jahre sein eines Gut Starckenberg inPreussen mit Schäferey, Vorwerck und Scheunen abbrenne, und er,zu neuer Aufbauung desselben,bey seinem Schwieger-Vater umWie-dererstattung des erhaltenen Vorschusses ernstlich anhielt; dieser ie-doch kein ander Mittel zur Bezahlung hatte, als seine BibliotheckzuGelde zu machen, daran er sehr ungern kam: so erweckte solches aufbeyden Seiten einigen Widerwillen. Es hatten zwar des K önigl.geheimen Cabinets-Ministers Herrn Grafen von Manteussels Er-cellenh grosse Lust bezeigt, den Besserischen Bücher-Vorrath an sich zukauffen, und die Unterhandlung war schon so weit gekommen, daß al-les bey nahe völlig richtig schien. Als aber, einiger unvermuthet da-zwischen gekommener Vorfälle halber, der Kauff sich plötzlich wiederzerschlug, und ein neues Mahnungs-Schreiben aus Königsberg ein-lief, brachte solches den Schwieger-Vater zur äussersten Ungedult.Er ward daher ein für allemahl des festen Sinnes, feine Bibliotheckzu verstossen,wiegroß auch sein Schade seyn möchte, wann er sich nur

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