OI Lebens-Beschreibung.
Indessen ward ihm iede Stunde zu einem Jahre, bis die Meß-zeit heranrückte, da er seine Schuld nach Königsberg abtragen tönte.Er war auch um so mehr begierig, sein Wort gewiß zu erfüllen, als erseinen Schwieger-Sohn bereits darauf schriffclich vertröstet halte.Da er nun in unaufhörlichen Sorgen bis dahin lebte, ob auch seineForderung sonder Anstand richtig gemacht werden würde; so wüsteich ihn nicht besser zu befriedigen, als daß ich mir bey dem Königl. Ac-cis-Rath und geheimen Cämerier Herrn Starcken, welcher die Aus-zahlung dieser Gelder über sich genommen hatte, einen Platz in seinemeignen Wagen ausbat, mit demselben nach Leipzig fuhr, und würck-lich von ihm, nach seiner betanken aufrichtigen Höflichkeit, die Wort-haltung seiner mir gethanen Zusage, nemlich die Erlegung der verspro-chenen viertausend Thaler baar erhielt. So bald ich ^24. Thalerdavon an den Herrn von Drost, durch einen Königsbergischen Kauf-mann Übermacht hatte, sandte ich dessen O.vittung nebst dem Überrestdes Gelds nach Dreßden an den Herrn von Besser ; worüber er mirseine dafür hegende Danckbegierde in einem Antworts-Schreibenfolgender Massen bezeigte:
„Hoch-Edler Herr,
„Geneigter Gönner,
„In der Welt hätte meine Sache nicht besser, als durch Eurer„Hoch-Edl. Vorsorge, gehen können, indem Eure Hoch-Edl. nicht al-lein den für unmöglich-geschätzten Verkauf meiner Bibliotheck zu„wege gebracht, sondern auch die erste darauf versprochene Bezah-lung eher und in besserer Münhe ausgewürckt, als man es jemahls„vermuthen können. Eure Hoch-Edl. wissen, in was für Sorgen ich,„seit vielen Jahren her,wegen meines Schwieger-Sohns an mich ha-bender Forderung gestanden, und da ich durch die anitztgeschehene„Bezahlung der viertausend Thaler auf einmahl alles meines Kum-„mers los werde; so ist leicht zu erachten,wie sehr ich EurerHoch-Edl.„dafür verbunden seyn müsse. Es wird hinfüro meine gantze Be-mühung seyn, Eurer Hoch-Edl. alle mögliche Proben von meiner„Danckbarkeit zu geben. Die Post nach Königsberg gehet von hier„nicht eher als künfftigen Sonnabend, und will ich njcht hoffen, daß
„der