Band 
Erster Theil.
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CVI
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L Vi Lebens - Beschreibung.

Nachdem er ein und andern Besuch von seinen vormahligen Be-kannten erhalten, und wir eines Mittags zusammen bey dem Königl.Tribunal-Rathe Herrn Pauli gespeiset hatten, welches einer der ge-schicktesten, angenehmsten und höflichsten Rechtsgelehrten ist, dessenAndencken ich allezeit hochschätzen werde; so reiseten wir alsdenn nachCabkeim, einem Land-Gute des Herrn von Drosts, wenige Meilenvon Königsberg gelegen. Der Herr von Besser hatte in der Stadtkeine als seine älteste Snckelin, ein Fräulein von neunzehen Jahren,vorgefunden, die ausser ihrer liebreihenden Gestalt, mit so viel Ver-stand und Tugenden begabt, und bey ihrer Erfahrung in der Haus-wirthschafft, auch in Sprachen,im Tantzen, im Clavirspielen und an-dern Fraucnzimmerlichen Geschicklichkeiten dermaßen geübt war, daßsie seine sich von ihr gemachte Hofnung, wie groß sie auch war,dennochbey weitem übertraf. Auf dem Lande fand er nun auch seine fünfübrigen Enckel. Einer davon lag noch in der Wiegen; einer lief schonherum und war, wegen seiner angenehmen Unschuld, das Schooß-Kind seiner Mutter; wie ein paar ältere, ihres Fleisses und ihrerLehrbegicrdchalber, die Freude beyder Eltern. Alle hatten das Glü-cke, gesund und wohlgebildct zu seyn. Noch ein Fräulein aber wießschon in ihrem vierzehnten Jahre, daß sie an Verstand und Artigkeitkeinem von allen fünften etwas nachgeben,wie an Schönheit hingegenvielleicht allen andern dereinst obsiegen werde. Hier lebten wir einigeTage auf die ruhigste und vergnügteste Weise von der Welt. DerHerr Tribunals-Rath von Drost gab sich alle nur zu ersinnende Mü-he, seine Gäste wohl zu bewirthen. Seine höfliche Gefälligkeit warum so viel schätzbarer, als sie von der wohlgesitteten Lebens-Art undden vernünfftigen Unterredungen seiner Frau Gemahlin vergescll-sthafftet ward. Sie hatte bloß vor unsrer Dahinkunfft, allbereitsihr sechszchntes Kind zur Welt gebohren, und dannoch zeugte ihr Um-gang noch in allen Stücken von ihrer ehmahls in Berlin gehabtenglücklichen Erziehung. Dann ihr Herr Vater hatte keine Sorgennoch Kosten gescheut, so wohl ihren Verstand und ihr Gemüthe,als ih-re Sitten, von den besten Meistern auf das wohlanständigste unter-richten und ausbilden zu lassen: So, daß sie, vor ihrer Vermählung,

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