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Lebens-Beschreibung.
nicht nur an Schönheit des Geistes und des Leibes, sondern auch inkünstlichen Handarbeiten, Singen, Clavirspielen,Sprachen, und be-vorab im Tantzen nebst andern Übungen des adelichen Frauenzim-mers , den meisten ihres Geschlechts weit zuvor gieng. Deßwe-gen hatte schon dazumahl Zhro Majest. die Höchstsel. Königin So-phia Charlotta dieselbe als eine Hof-Dame zu sich genommen, wanneines Theils die väterliche Zärtlichkeit, andern Theils die kluge Vor-sichtigkeit des Herrn vor» Bester sich überwinden können, seine ein-tzige Tochter in die gefährliche Versuchungen des Hofes gerathen zulasten. Ich hatte derselben die von mir damahls neu ausgegebeneGedichte des Frecherm von Canih mitgebracht, und ihr vorncn in denBandeinige auf ihr und ihres Vaters Lob zielende Verse hineinge-schrieben. Dieses ward nicht nur von ihr mit vieler Geneigtheit auf-genommen, sondern der Herr von Bester selbst ergriffdie Gelegen-heit, so wohl in aller Gegenwart, als auch hernach ins besondre gegenmich zu gestehen, daß ich ihn hierdurch auf das äusserste verpflichtethätte. „ Ich bin ihnen, sprach er zu mir, nunmehr gedoppelt verbun-"den, da sie die mir bisher erwiesene Freundschafft auch meinen Ange-"hörigen zuwenden wollen. Ich habe daher, fuhr er fort, das Ver-"trauen zu ihnen, sie werden mir eine Bitte nicht abschlagen, sondern"noch diese Gefälligkeit hinzufügen, zu Ehren meiner Leonore, wie er"die älteste Fräulein von Drost zu nennen pflegte, auch ein paar Verse"zu verfertigen.,, Da es nun weder eine grosse Kunst brauchte, noch eineschwere Sache war, auf eine Person von so viel edlen Eigenschafftenetwas taugliches hinzuschreiben; Er auch nicht nachließ, einige Tagenacheinander mir auf das inständigste deßfals anzuliegen: so fand ermich eines Morgens frühe in meinem Bette mit Ausarbeitung des be-gehrten Gedichts beschäfftiget, welches, seinem Verlangen gemäß, ei-ne Abbildung gedachter Fräulein seyn sollte. Niemahl habe ich ihnauf eine angenehmere Weise überrascht gesehen, als da ich ihn versi-cherte, daß ich in Zeit von einer halben Viertel-Stunde damit zuStande seyn, und die Ehre haben würde, ihm solches bey dem Camin-Feuer vorzulesen, an welchem er, um mich zu erwarten, sich inzwischenniedersetzte.
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