Lebens-Beschreibung.
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ch ^ Mit dem Anfange des neuen, nemlich des 1729. Jahres, besuch-
^ te ich ihn, und bemerckte nicht so bald, daß seine Kranckheit sich würck-lich gefährlich anließ, als so fort mein Hertz alles widrige vergaß, und^ ^ in demselben die vorige Zärtlichkeit gegen ihn sich wieder einstellte.
^ Ich that daher alles möglichste, ihm mein aufrichtiges Mitleiden und? n meinen dienstfertigsten Beystand in allen Stücken zu bezeugen; da er
^ dann auch einige Speisen, wozu ihn sein Sinn trug, ln meiner Küche,? ^ wie er zuvorhin vffters gewohnt war, wieder holen ließ. Von dieser^ Zeit an setzte ich meine Besuchungen keinen Tag bey ihm aus, bis ich^ zu Ende des Jenners, als ich des Nachmittags zu ihm ins Zimer trat,M H ejne grosse Zurückhaltung in seinen Reden, und eine mißtrauische Fro-km ch stjgkeit in seinem gantzen Bezeugen gegen mich wahrnahm; die er,doch nicht ohne Zwang, vor mir zu verbergen suchte. Wie mir mein!> Gewissen keinen Vorwurff machte, daß ich ihn in dem allermindestenrM kontebeleidiget haben; so schrieb ich seinen üblen Laun bloß seiner^ Kranckheit zu.
Ehü Allein, gleich den andern Tag hernach ward ich, zu meinergrossen Beftemdung, von sichrer Hand gewarnek, auf meiner Hutzu stehen, und mich vor ihm in acht zu nehmen, weil er heimlich einenkm Anschlag wider mich auszuführenworhätte. Die Wahrheit bes-uch^ sen brach auch kurh hernach würcklm) aus. An statt, daß ich sonstgewohnt war, in solchen Vorfällen, daer in seinen ersten Aufwallun-gen sich wider iemand erhitzte, ihn zu besänfftigen und durch glimpf-liches Nachgeben und Zureden von vielen Übereilungen abzuhalten,wofür er mir nachmahls nicht wenig Danck wüste: So hatten hin-gegen einige, die eine zwischen uns wallende Mißhelligkeit wahrnah-men, sich solches zu Nutzen zu machen, und ihn ie mehr und mehr ge-gen mich zu verhetzen gesucht. Eigennutz und Neid bemüheten sichp um die Wette, aus unsrer Kaltsinnigkeit ihren Vortheil zu schöpffen,und ihm aus Preussen schrifftlich, wie hier mündlich zu Gemüthe zuführen, wie sehr er mich nunmehr zu fürchten habe, da ich mich ein-mahl von ihm beleidiget zu seyn glaubte; und wie viel ihm darangelegen sey, sich gantz und gar von mir los zu machen, weil ich ihmdesto gefährlicher seyn würde, ie genauer ich alle seine Umstände ken-
§ Erster Theil.
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