Band 
Erster Theil.
Seite
CXIV
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Lxrv Lebens-Beschreibung.

nett. Dazu kam noch, daß man ihm, um ihn noch weiter zu erbit-kern, etliche damahls im Druck heraus gekommene Schafften in dieHände spiclett, darinne meiner mit einigen Lob-Sprüchen gedachtwar. Dergleichen hatte ich aber vorhin allemahl auf das sorgfäl-tigste vor seinen Augen verborgen, weil ich aus dem langen Umgan,ge mit ihm allzuwohl wüste, wie sehr er in sein eignes Ich verliebtwar, und wie viel Zwang es ihn kostete, eines andern Nuhin zu ver-dauen. Alles dieses zusammen brachte ihn dermaßen wider michauf, daß er sich so gar verleiten ließ - - Hier werden mir meine Le-ser erlauben, einen kleinen Vorhang vorzuziehen, um darhinter seinletztes Bezeugen gegen mich zu verbergen. Eines Theils hat er,bekanntermaßen, weniger mir, als sich selbst, dadurch geschadet; und,seiner damahligcnLeibes-Schwachheit zugcschweigen, so war auch,natürlicher Weise, sein Gedächtniß, durch das Alter, ohnedem schonso geschwächt, daß er die wenige Dienste und Freundschaffts-Pro-ben, die ich ihm einige Jahre her erwiesen hatte, leicht vergessen ton-te. Andern Theils würde es niemanden weniger als mir geziemen,davon ein mehrers allhier zu crwehnen, nachdem es meinen Lesern,so wenig als ich auch erzchlen möchte, den Argwohn beybringen tön-te, daß es aus Rachgier und bloß zu Verkleinerung eines Mannesgeschehe, für den ich doch, auch iM in seinem Grabe, so viel Hochach-tung hege, daß ich lieber alles widrige verschweige, und unsrer so langgepflogenen vertraulichen Freundschasst seinen kurtzen Groll willigstaufopfere. Es hat solcher ohnedem kaum so viel Tage, als jene vor-mahls Jahre gedauret, der Verstorbene aber auch noch auf sei-nem Tod-Bette seine Reue gcäussert, und mich noch einmahl zu spre-chen sehnlichst verlangt; wiewohl er, als ich zu dem Ende hingeho-let ward, eben verschied, da ich den Fuß in sein Zimmer sehte. Erstarb den zchnden des Hornungs zwischen neun und zehn Uhr, in sei-nem Tasten Jahre, nachdem er sich kaum vier Tage vorher gelegt,und sonst noch immer die Keäfftt gehabt hatte, in seinem Zimmerherum zu gehen, auch zuvorhin seit dreißig Jahren mit keiner son-derlichen Kranckhrit war befallen worden. Die ietzige bestand an-fänglich in einem Eckel vor allen Speisen, der Wechselsweise bald

ab,