Band 
Erster Theil.
Seite
70
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70 Staats-und Lob-Schafften.

Wenn die Gesandten ziehn, wenn die Armeen streiten,

Wenn die Gerechtigkeit und auch der Handel blüht,

Wenn Cammer, Canhelcy und Lehn, ihr Amt vollführen,Wenn Hof und Post es thut; so kau man äusserlichZwar Dich nicht immerfort persönlich dabey spüren:

Doch wirckt dein grosser Fürst in allem dem durch Dich.

Du bist der Ketten gleich in wvhlbestcllten Uhren,

Durch die, von innen her, die Feder alles treibt;

Man sieht nicht ihren Gang: Doch zeigen ihre Spuren,

Daß iedcs Rad, durch sie, in seiner Regung bleibt.

Ja wenn man öfters auch gantz neue Diener wehlet,

Trifft Du, so schwer es ist, gleich, was ein icder kan:

Worzu der tüchtig ist, was jenem etwa fehlet,

Siehst Du den Leuten schon an ihren Augen an.

Und wo verschieb ich hin, noch etwas anzuziehen?

Das deinen guten Rath unzweifelhaft erhebt:

Ist denn GlMlotte selbst uns nicht dadurch verliehen?

In der die Herrlichkeit des gantzen Hauses lebt.

Zum Vorzug, und zum Schmuck des weiten Zepter-Landes,Hat Friedrich seine Wahl auf sie allein gewandt:

Sie ist die würdigste Gemahlin seines Standes,

An Hoheit, an Gestalt, an Tugend und Verstand.

Das grosse Brandenburg, das sich so hoch getragen,

Legt sich auch ein Gemahl nach seiner Würde bey;

Ein Fremder darf nicht erst nach unsrer Fürstin fragen:

Er weiß es schon vorher, daß es die Schönste sey.

Der angenehme Prinh, mit dem sie uns beschencket,

Zeigt, daß ein schöner Stamm was schönes tragen muß;

Und wenn ihn GOtt erhalt, wie unser Wunsch es denckct,Ist er uns auch allein der Printzen Überfluß.

In Wahrheit, wenn dein; Rath kein ander Werck beschlossen;So hätt er schon genug an diesem nur gethan:

Da täglich doch daraus viel neue Vortheil sprossen,

Und man dergleichen mehr daraus erwarten kan.

Jedoch,