76 Staats - und Lob - Schnffren.
Du sitzest unten an, und giebst in allen Schlüssen,
Von unren auf zuerst den allerersten Schluß.
Du widerstreitest nicht, durch aufgeblehtes Wissen;
Ob meistens gleich dein Spruch den Ausschlag geben muß.
Wenn mancher, der gewohnt ob icdcm Wort zu kriegen,
Voll seines falschen Wahns, auf seine Meynung dringt;
Läst Du ihn immerhin in seinem Dünckel siegen,
Und sorgest nur dafür, daß sich das Werek vollbringt.
Im Nahmen und im Schein wilst Du gar gerne weichen,
Und neidest minder noch den wahr-ertangken Preiß:
Thut marr was löbliches, das werth heraus zu streichen;
Bist Du der erste wohl, der es zu rühmen weiß.
Wie herrlich wüstest Du deß Lob-Spruchs abzufassen?
Der dreymahl nun die Ruh uns aus dem Norden schafft:Hingegen darff man sich bey Dir kaum mercken lassen,
Daß Dir der gantze Staat verbunden und verhaft.
Vergeblich suchen viel, die doch nur also gleisten,
Zu zeigen, wie viel Dancks und Ruhmes Dir gebühr:
Du sprichst, was Du gethan, hat Dich dein Herr schaffen:
Und dem gehör auch nur der Ruhm und Danck dafür.
Von allem, was Du thust und wie Du Dich bemühest,
Wilst Du, das Gute sey des Herren Eigenthum:
Wie Du nur gantz allein auf seinen Nutzen siehest,
So siehst Du gantz allein auch nur auf seinen Ruhm.
Zwar, gleichwie insgemein, die Ehre, wie der Schatten,
Den fliehet, der sie sucht; den suchet, der sie fleucht:
So läufst sie Dir auch nach, um sich mit Dir zu galten,
Je emsiger dein Fuß vor ihren Armen weicht.
Was kan geehrter seyn, als Du in deinen Ehen?
An Kindern guter Art, voraus an dem Gemahl.
Wie sucht man Dich daheim? wie auswerts zu * erhöhen?
* Man will mit Fleiß hier nicht benennen, was nicht allein Se. Churfürstt.Dnrchl. und untersthebene fremde Potentaten; som ern auch Ihr. Kays.Mas selbst, sem Herrn von Dnnckelmann zu seiner Erhöhung auira-- gen lassen.
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