Band 
Erster Theil.
Seite
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Staats-und Lob-Schafften.

Was bringt des Reiches Haupt nicht selbst hier in die Wahl?Was hast Du nicht zugleich von taufenden bekommen?

Als iede Haupt-Provintz, die deines Ruhmes voll,

Dich in die Ritterschaft freywillig aufgenommen:

So keinem noch geschehn, und nie geschehen soll.

Diß ist ein Ehren-Krantz, womit Dich Lander krönen!

Wie sehr sie Dir verpflicht, das zeigen sie hiemit.

Was hoffest Du auch noch von deinen dreyen Söhnen?

Von welchen einer schon auf deine StUffen tritt.

Allein, diß alles beucht Dich nur ein leichter Schemen,

Der selten langer währt, als unser Cörper steht;

Die Nachwelt kan auch oft Uns altes wieder nehmen:

Wofern kein gut Gerücht mit uns zu Grabe geht.

Was nützt dem Lv.wois des ganhen Reiches Beute?

Was dem Fouqvec, daß er als Herr Gesetze gab?

Sie waren beyderseits die allergrösten Leute;

Doch nahmen sie den Fluch mit hinter sich ins Grab.

Dcnckt jener- der so leicht die Todten kan vergessen,

Daß man die Sterbenden so bald vergift, wie er?

O nein! man wird ihm zwar mit seinem Maasse messen;

Doch seiner Fehler denckt man öfter als vorher.

So bald ihn nur der Sand der Erden hat verscharret,

Da wacht die Wahrheit auf, und sieht noch eins so scharfftSein eigner Erbe lacht, der nun ihn freyer narret,

Nun den Verscharreten man Nicht mehr fürchten darf.

Denn aber klingt es wohl, von einem grossen GrotM,

Vom trefflichen Schwerin, die Teutschland billig nennt:

Daß man nun allererst, nachdem sie bey den Todten,

Was sie gewesen sind, verwundert und erkennt.

Nun lebet erst ihr Rührn, nachdem ihr Leib begraben.

Und diesem strebst Du nach, in allem was Du thust:

Dein gröfter Ehrgeih ist, ein gut Gewissen haben,

Mit welchem Du ieht lebst, und künftig sicher ruhst.

Nicht