Staats - und Lob - Schafften. K
Wobey, als solt er nur von deiner Treue wissen,
Als wärest Du allein ihm wohlzuthun bestimmt:
Du ihm noch überdrß, das Leben retten müssen;
Wie er es öfters selbst zu rühmen Anlaß nimmt.
Diß gibt uns ingesamt ein König * zu erkennen,
Der bey dem Fürflen-Mahl, allwo Du mit gespeist,
Sich hierinn deinen Herrn getraut beglückt zu nennen:
Daß Du, ein solcher Mann, ihm zugefallen seyst.
Nach diesem mächtigen und dreygekrönten Zeugen,
Wer rühmet Dich genug, wer rühmet Dich zu viel?
Zum mindsten muß ich nicht diß seltsame verschweigen:
Die Tugend sieht bey Dir auch nicht ein wenig schiel.
Sie hat gar keinen Fleck, sie weiset keine Blösse;
Auch selbst die Deinigen sind mit Dir gleicher Höh.
Es schickt sich alles wohl zu der erlangten Grösse:
Geschlecht, Gestalt, Verdienst, Gebrüder, Kind und Eh.
Dein Ruhm ist nicht geflickt, man hat nichts vorzurücken;
Wie tückisch und genau ein Neider Dich beschaut.
Du stehst wie ein Pallast von lauter Qvader-Stücken,Dergleichen die Natur gar selten einen baut.
So gib doch, Mißgunst, dich mit deinem Gram zufrieden;
Du schwächest dich nur selbst mit deiner Ungeduld.
Dann welchen GOtt so reich in allem unterschieden:
Den unterscheidet auch ein Herr in seiner Huld.
* Ihre Majestät von Groß-Britannien König'Wilhelm.