Band 
Erster Theil.
Seite
133
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rehund stehet,sich selbst nicht höher als für einen Hofmannausgeben will : So last uns ihm auch nicht weiter als hier- Wie er denin nachspüren, und sein Leben nur mir einigen Lehren seines UAvlge.Herrn Vaters zusammen halten. Des Adels gemeinestcrFehler, sagt a) Sallustius,ist der Stolh; und der Her?von Kolbe hätte neben dem Alterthum seines Geschlechtes,auch gar leicht durch das ansehnliche Vermögenseiner Gü-ter darzu Anlaß gefunden. Aber die Lehre seines HerrnVaters: Daß der Adel ohneTugcnd fast nichts mehr, alsein reich-beladenes l>) Last-Thier wäre, und daß Unwis-senheit und Unart einem Edelmann viel schändlicher, als an-deren Leuten anstehe; hat bey diesem Sohn so viel gewür-cket,daß er sich von Jugend an, auf allerhand beydes denLeib und die Seele zierende Wisienschafftcn geleger, undden Spruch: Die Tugend adelt ; nicht allein sich selbst, Glaubet,daßdurch einewürcklicheÜbung zugeeignet; sondern auch noch ^E^^neulich es seiner Würde nicht unanständig geschähet, solchenin einer c) Rede dem gantzcn Hofe vorzutragen. Dißist ein herrlicher Fund, seines Herrn Vertrauen und Gnadezu gewinnen. Denn so lange ein Diener der Meynung ist,daß nur die Tugend der Adel sey: So kan er seiner seitsnicht fehlen, sich aller edelmachenden Dinge zu befleißigen;und folgends auch etwas zu erlernen, wodurch er seinemHerrn ohnfehlbar gefallen muß. Da hingegen der Herrvon seiner Seiten die Versicherung haben kan : Daß einsolcher Diener nicht etwan darum, daß er mit einem bordir-ten Rock,oder wie Scarron schertzet,mit seidenen Strümpf-fen im Vorgemache herum gehet; sondern für nichts an-ders, als seine treu-geleisteten Dienste, Begnadigungen er-warten werde.

Wenn wir das Capitel von dem Hof-Leben durchblät-MA^

») 8uperbiacommunonobilirLNs malum. Kett.64. vom Hofs11. §?bklt.

c) D ß geschah den 26. April. An. 1694. bey Wehrhafft-machungeines Pagen.

9 Z tern,