IV
Vorwort.
mehr mitten in der literarischen Bewegung steht, welchedie nordischen Länder seit einiger Zeit erfasst hat, weissrecht wohl, dass der Mensch nur da wo er geboren, woer durch und für die Verhältnisse gebildet ist, erheblichenEinfluss ausüben kann. Er hat auch nicht den Ehrgeiz, eindeutscher Schriftsteller im eigentlichen Sinne sein zu wollen.In dem vorliegenden Buch, wie in anderen Schriften, istseine Absicht einfach die gewesen, in deutscher Sprachefür Europa zu schreiben, d. h. seine Stoffe anders zu be-handeln als er es für ein bloss skandinavisches Publikumthun würde. Er verdankt der Poesie, der Philosophie undder systematischen Aesthetik Deutschlands unendlich viel,da er sich aber speciell als Kritiker nicht als Schüler derdeutschen Litteraturhistorie fühlt, so gibt er sich der Hoff-nung hin, einen wenn auch kleinen Theil seiner Schuld anDeutschland abtragen zu können.
Die Aufsätze, aus welchen dieser Band besteht undvon denen auch die bereits früher in Zeitschriften veröffent-lichten eine Umarbeitung erfahren haben, sind nicht als„Spähne aus der Werkstatt“ eines Kritikers zu betrachten,es sind sorgfältig behandelte literarische Portraits, welchedurch ein geistiges Band verbunden sind. Allerdings lässtsich eine lebendige Gegenwart noch nicht übersehen wieeine fertige, vergangene Epoche, aber vielleicht liefert manauch von der Gegenwart ein Bild im Ganzen und trifft ihreGesammtphysiognomie, wenn man einige ihrer typischenGestalten so treu und lebhaft wie möglich charakterisirt.
Die Behandlungsweise ist in diesen Essays sehr ver-schiedenartig. In einigen wird die Individualität des Schrift-stellers möglichst erschöpfend dargestellt, in anderen wirdnur versucht, den Menschen, wie er leibt und lebt, dem