Vorwort.
V
Leser vor Augen zu führen; einige sind rein psychologisch,andere bieten ein Stück Acsthetik, wieder andere sind vor-zugsweise biographisch und geschichtlich. In allen enthältdie Charakteristik der einzelnen Gestalt allgemeine Ideen.
Auch die geschilderten Persönlichkeiten sind sehr ver-schiedener Art. Sie gehören nicht weniger als sechs Natio-nalitäten an. Allen gemeinsam ist jedoch ein Etwas, dassich leichter empfinden als definiren lässt: es sind moderneGeister. Ich will damit nicht sagen, dass sie alle ohne Aus-nahme mit vollem Bewusstsein und von ganzem Herzendem „Modernen“ in Kunst und Ideen gehuldigt haben, son-dern nur, dass sie, wenn auch in sehr ungleichem Grade —was für den Beobachter den Reiz erhöht — die moderneGeistesart vertreten.
BERLIN, im October iSSi.
NACHSCHRIFT. — Die zweite Auflage ist von der erstenbesonders dadurch verschieden, dass der Aufsatz über Fr.Paludan-Müller, der — als Einleitung zu Adatn Homo von Pa-ludan-Müller, übersetzt von Emma Klingenfeld — sich an-derswo findet, ausgelassen ist, und dafür die Aufsätze überMax Klinger, die Brüder Goncourt, Turgenjew und HenrikIbsen hinzugekommen sind.
Kopenhagen, im September 1886 ,
Georg Brandes.