Band 
Zweiter Theil.
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22 Vorschlag, wie der Theurung des KornS

nenmöchte,da zu gegenwärtiger Zeit«) so kcicht kein Staatin Deutschland seyn wird, worinn nicht das Gegentbeilundzwar plötzlich geschehen; indem fast alle Obrigkeiten die Aus-fuhr des Kornsund dasBramweinsbrennenverboten;vie-le die Kornspeicher ihrer Unterthanen oder ihre auf gemeineKosten unterhalteneMagazine eröfnet, undaufdiese Weisehie Tbeuning zu hemmen, und die sogenannten Kornjudenzur Billigkeit zu bringen gesucht« haben: so glaube ich dochdaß jene Meynung allemal solche Gründe für sich kabe^welche überlegt zu werden verdienen: ich will sie also kürz-lich anführen und das Urtheil andern überlassen.

Jeder Mensch, welcher einen Handel unternimmt, machtfeine Rechnung zufolge der natür ichen Ungewißheit, welcheder Lauf der Handlung mit sich bringt, und ich glaube eSals einen gewissen Satz annehmen zu können, daß niemandda leicht mit Korn bandeln werde, wo es ein mächtiger, sooft es ibm beliebt, mit Schaden verkaufen kann. Es ge-schieht zwar oft, daß ein Kaufmann, der zu Grunde geht,seine Waaren wohlfeil und mit Schaden losschlagt, mitbindadurch andern ehrlichen Leuten den Markt verdirbt. Die-se wissen aber schon zum voraus, und haben es als eine inden gemeinen Lauf gehörige Unsicherheit berechnet, daß je'ner es nicht lange aushalten könne. Allein wo ein Staat,der es lange aushalten kann, indem er den Schaden wieder-um auf alle Einwohner vertheilet, so handeln will; wo die-ser unter dem zufälligen Preis verkauft; wo dieser bestän-dig mit der Eröfnung seiner auf gemeine Unkosten angeleg-ten Magazine oder der Kornspeicher seiner Einwohner droht;

wo

*) 1771. ich bemerke hierdasJahr, worin»dieser Aufsatz ab-gedruckt worden, weil man im Jahr 1774 in Frankreich auseben diesen Grundsätzen die Kornbandlung frey gemacht hak.