ZL Ein Pattkot muß vorsichtig
Hvfmanndie hysterischen Anfalle einerPrinzeßm aufnimmt:so gerätb man in die Versuchung zu glauben, daß die Ver-nunft ein überaus mäßiges Geschenk, und das Vergnügenzu klagen und beklagt zu werden, wovon sich sonst nur be-queme und unthätige Seelen Hinreisen .äffen, auch eine Lei-denschaft des edlcrn Theils der Menschen sey.
Es ist eine große und wichtige Pflicht den Grund oderUngrund solcher Klagen zu untersuchen, ehe man mit ein-stimmt. Sind sie nicht gegründet: welche Verantwortungladet Man sich nicht auf, wenn man dergleichen traurigeVorstellungen unbedachlsam mit ausbreiten hilft; die Ein-sicht der. Obern zu unverdienten Nachlässen, womit nacheiner nothwendigen Folge andre wieder beschweret werden,verleitet; die Policey irre macht, den fleißigen Handwerkerdrückt, den Wucher befördert, den freudigen Geber schreckt;und einen großen Theil seiner Mitbürger verführt, den Se-gen Gottes mit traurigem Undanke zu gemessen?'Sind sieaber gegründet: so ist es allemal auch ein unrühmlichesVerfahren, die Zeit, wo man auf Rettungsmitte! bedachtseyn sollte, mit unnützen Klagen zu verlieren. In der Nothzeigt der Weise seine Grösse der Christ sein Vertrauen aufGott, und der Patriot Arbeit und Dauer; wenn Landpla-gen herrschen: so ist er froher eine Thräne zu stillen alslausend zu vergießen.
Wie viele sind aber unter denen, die bisher den Haufender Klagenden vermehret haben, welche sich rühmen können,den Grund oder Ungrund der Noth, womit uns alle hän-gende Mäuler drohen, untersucht und nach eignen Erfah-rungen geurtheilek zu haben ? Wer Vorrath hat, macht dieNoth groß, wer Mangel leidet, verringert sie, und dieEinwohner der Städte, denen daS mächtige Herz nicht im
Busen