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Die liebenswürdige Kokette,
Ich habe mir schon viele sonderbare Crgötzungen aufdem Lande gemacht. Wie ich vor vier Jahren meinenMan» heyrakbete, wählte ich mir an meinen, Hochzeits-tage sechs arme Jungen und sechs arme Mädchen aus,lieS sie auf eine ganz besondre Art kleiden, und ihren Un-terrichl damit anfangen, daß sie hübsch englisch tanzen ler-nen mußten. Mein Einfall war damals den Kleidungenund Köpfen unsers Landvolks eine ganz neue Wendung zugeben; und jene zwölf arme Kinder zu einem solchen Mu-ster zu bilden, welches die Kinder der Reichen in, Dorfeeinmal gewiß nachahmen sollten. Anfangs hielt manmich für eine Erznarrin. Nachdem man aber allmählichsah, wir gut ich diese armen Kinder in allen Arten länd-licher Arbeit unterrichten UeS, und wie flink meine Mad-gen in kurzen Röcken auf dem Felde und im Etallc wur-den : so fleug jeder an zu stutze»; und nun da ich auchmit geringen Leuten schwatze, mit ihnen klage, und ihnendann Korn und Flachs gebe, so bin ich ihr Engel; ich sehenichts alS gerührte Leute; und waS ist aller Schmuck derFcldcr, aller Gesang der Nachtigallen gegen das Vergnü-gen vergnügte Leute zu machen?
Ueberbringerm dieses ist eines von diesen meinen Kin-dern; so nenne ich sie noch immer. Lassen Sie dieselbeeinmal das Vieh melken, oder eine Butter zurechtmachen.Eine fertigere, reinere und nettere Art zu arbeiten müssenSie in Ihrem Leben nicht geseben haben. Etwas Koket-terie spielt zwar schon auS dem Fuße; daS thun aber dieweißen Strümpfe, so die Mädchen sich selbst knüllen,und die sie durchaus tragen müssen, weil ich den Glau-ben habe, daß ein hübscher weißer Strumpf alle-mal den größten Einfluß auf die moralische BildungdeS Menschen habe. Sie erinnern sich noch wohl dcS
witzigen