Band 
Zweiter Theil.
Seite
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46 Gedanken über die Gekeaidesperre,

verwüstender als alle freye Ausfuhr ist, würde ihre zuge«fpecreten Untcnbanen auf das äußerste gebracht haben,wenn uns die Noch dazu gezwungen und das Geld dahingereichet harte.

Gesetzt aber auch, ein Land von hundert Meilen imUmkreise liest sich glücklicher sperren, als der enge SchooSderDanae, welcher sich aller Riegel und Wachen unge-achtet, für Jupiters güldnen Regen öfnete: so würde ichdennoch in stirem Falle nicht zur Sperrung rathen.

Schwerlich wird es Lander geben,deren Einwohner all«dem Ackerbau obliegen; und wenn es dergleichen giebt rso wird die Sperrung daselbst am wenigsten nöthig seyn,weil vorausgesetzt wird, daß nothdürftiger Vorrach indemselben vorbanden sey, und man weiter voraussetzenkann, daß ein Ackerbauer allemal seine eigne Nothdurftselbst zurückhalten werde.

Der gewöhnlichste Fall ist, daß man in einem Landeeinen Ackerbauer gegen zehn andre, die sich auf andre Arternähren, antreffe. Hier fragt man nun billig: soll dereine Ackerbauer die Macht haben, jenen neun Familien,die ihmbisher sein Korn abgekauft, die ihm neun Jahremit ihrem Fleiße und mit ihrem Gelde gedient, ohne dieer zur andern Zeit gar nicht fertig werden kann, soll er,sage ich, im zehnten Jahre (denn alle zehn Jahr kömmt-och wohl nur eine Theurung) die Macht haben, diesenun auf einmal im Kornpreist zu übersetzen, und sie umdeswillen wohl gar darben zu lassen, weil er außerhalbLandes einen übermäßigen Preiß erhalten kann? Solltenicht der zehnjährige Bortheil, den er von ihnen sonst ge-habt, ihn wegen des einjährigen Verlustes entschädigen?Und kann es einer Landesherrschaft verdacht werden,

wann