Band 
Zweiter Theil.
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5« Gedanken über die Getraidesperre rc.

Sperre das Korn nicht mehr in seinen Handen ist; undüberhaupt kann man sagen, daß die von einer Erndte zurandern überschießende Vorräthe, welche den betrachtlich-steu Einfluß auf die Kornprcise haben, in denjenigen Lan-dern fast gänzlich ermangeln, wo eine Sperrung zu besor-gen ist. Diejenigen, so noch etwas aufschütten, haltenihre Magazine in kleinen Landern über die Gränze unddann kommen sie denen zu Statten, welche die Freyheitdes Handels am wenigsten einschränken.

Ich bleibe also bey der Meinung, daß die Gekraide-sperre eben so nützlich sey, wie die Confiscation der Bücher,wobey Schelme vdcrWaghälse reich werden, ehrliche Leuteaber verlieren; und würklich handelt der Mensch, wenig-stens der Deutsche in kleinen Staaten lieber nachder Regel:Wer waget, gewinnet, als daß er einen reizenden Vor-theil verschlafen sollte. Er gewöhnt sich ein Landgesetz zuübertrctren, und übertritt hernach auch die übrigen. DieUrsachen, warum man die Accise auf dem platten Landein üx» verwandelt hat; eine Ursache, die mehr als einefünfzigjährige Erfahrung für sich hat, sollte hier billigentscheiden, und nicht der Müller, der das Korn im ge-sperretcn Lande wohlfeil aufkauft, und den AuswärtigenMablgenoflen für ihr gutes Geld die Nahlmetze zehnfachzurück giebt.