an den Deutschen. 49
Geld, es sey nun so viel wie es wolle, zu Hause bringenmüsse.
Viele Lander, worinn sich in solchen Fallen Magazineöfnen, die den Unterthanen ihren Verrath um Martini zueinem gerechten Preise abnehmen, giebt es nicht; und woes dergleichen giebt, ohne daß eine arme Wittwe etwa denFond zur Erhaltung des Magazins vermacht hat; da kannes ohne Schaden für die Obrigkeit nicht abgehen, und die-ser Schaden komme aus der Chatoulle oder aus dem Ar-menblocke; am Ende muß ihm doch der Unterthan vergü-ten, weil alle Beutel der Obrigkeit, sie mögen numeriretseyn wie sie wollen, gemeines Gut enthalten, dessen Aus-falle früh oder spat wieder gedeckt werden müssen.
Die Proben von jener Wahrheit haben wir im StifteOßnabrück vielfältig empfunden. Viele Kaufleute in denGranzkirchspielcn meldeten sich bey der Regierung mit derAnzeige, wie sie bereit waren, Korn genug für ihre Ge-gend anzuschaffen, wenn ihnen die freye Ausfuhr dabey-oerstarrer würde. Ohne daß ihnen diese Bedingung ein-geräumet würde, könnten sie nichts wagen, weil sie sonstauf ihrem kleinen zugesperreten Markte von der Willkühreigensinniger Käufer abhängen würde». Die Bedingungwurde ihnen eingestanden, und die Folge zeigte, daß dortder wenigste Mangel war. Andre erboten sich unter glei-cher Bedingung, und wenn ihnen dabey das Brandle-weinbrenn en frey gelassen würde, ihre Kirchspiele zu ei-nem sichern Presse zu versorgen; aber ohne Freyheit waralles vergeblich.
Jene Vorfrage, ob ein Ackerbauer die mit ibm in ei-nem Lande wohnenden neun Familien darben lassen solle,bedarf also gar keiner Beantwortung, weil zur Zeit derMös.parr. ph»nr. U. Th. D Sperre